SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 27.01.2015 um 10.30 UTC



Unbeständig und nasskalt, dabei vor allem im Bergland teils markante
Schneefälle.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 03.02.2015


Zu Beginn des Mittelfristzeitraumes, am Freitag, steht das Wettergeschehen in
Mitteleuropa und somit auch im Vorhersagebereich ganz im Zeichen eines
umfangreichen Langwellentroges, der sich praktisch von Nordskandinavien bis zum
Alpenraum erstreckt und sich bis Samstag, 00 UTC noch in den westlichen bzw.
zentralen Mittelmeerraum ausweitet.
Der Trog ist angefüllt mit höhenkalter und teils auch labil geschichteter
polarer Meeresluft (zwischen -32 und -38 Grad in 500 hPa bzw. -4 bis -7 Grad in
850 hPa).
Bis Samstag, 00 UTC verlagern sich ein kurzwelliger Randtrog und das dazu
korrespondierende Bodentief von der Nordsee nach Norddeutschland, wobei sich
schauerartige Niederschläge auf den Westen, die Mitte und bis Samstagfrüh auch
auf den Süden Deutschlands ausweiten. Diese fallen meist bis in tiefe Lagen als
Schnee oder zumindest als Schneeregen, wobei es oberhalb von etwa 200 bis 500 m
durchaus zu einem Neuschneezuwachs von 5 bis 10 cm, vor allem in Staulagen
stellenweise auch bis 15 cm innerhalb von 24 Stunden kommen kann. In den
Niederungen kann sich ebenfalls stellenweise zumindest vorübergehend eine
Schneedecke ausbilden. Allerdings herrscht zumindest tagsüber leichtes
Tauwetter.
Von den Niederschlägen ausgenommen sind noch die Osthälfte und der Südosten
Bayerns.
Trog und Bodentief verlagern sich am Samstag rasch über das Vorhersagegebiet
ostwärts hinweg, in der Nacht zum Sonntag folgt von Nordwesten her ein weiterer
Randtrog, der sich bis Montag nach Süden ausweitet, den Langwellentrog
regeneriert und deshalb nur allmählich nach Osten vorankommt.
Ein korrespondierendes Bodentief verlagert sich am Sonntag über die Nordsee
südwärts und befindet sich Montagfrüh über Nordwestdeutschland.
Somit weiten sich dien schauerartigen Niederschläge am Samstag mit abnehmender
Intensität auf Süd- und Ostdeutschland aus, klingen in der Nacht zum Sonntag
aber ab. Am Sonntag und in der Nacht zum Montag weiten sich dann von Westen her
erneut leichte Schnee- und Schneeregenfälle auf den Westen und Süden sowie auf
die Mitte des Landes aus. Nach wie vor fällt unterhalb von etwa 200 bis 400 m
teils Schneeregen, so dass sich dort nur vorübergehend eine dünne Schneedecke
ausbilden kann, vor allem nachts. In höheren Lagen kann es bis Montagfrüh noch
einmal um 5 cm, stellenweise auch über 10 cm Neuschnee geben bei leichtem
Dauerfrost etwa oberhalb von 400 bis 500 m.
Am Montag erreicht der Trogvorstoß nach Süden seinen Höhepunkt, die Trogachse
verläuft dann etwa über Mitteleuropa und dem westlichen Mittelmeerraum bis an
die algerische bzw. tunesische Küste. Bis Dienstag verlagert sich die Trogachse
nur allmählich weiter ostwärts.
Die Strömung dreht mehr auf Nord und somit wird noch etwas kältere und weiterhin
hochreichend labil geschichtete Meeresluft teilweise schon arktischen Ursprungs
in das Vorhersagegebiet advehiert mit Temperaturen, die sich am Dienstag in 500
hPa zwischen -36 und -40 Grad bzw. in 850 hPa um -7 Grad bewegen. Somit ist im
gesamten Vorhersagegebiet recht verbreitet mit Schnee- und Graupelschauen auch
bis in tiefe Lagen zu rechnen, in Staulagen der Mittelgebirge kann es auch etwas
länger schneien. Vereinzelt sind auch Gewitter möglich. Weniger Schauer und
längere sonnige Abschnitte gibt es am ehesten noch aufgrund der Lee-Wirkung
durch das Norwegische Gebirge im Nordosten. Auch in den Niederungen kann sich
vor allem in der Nacht zum Dienstag vielerorts eine dünne Schneedecke ausbilden,
wobei die Höchstwerte am Dienstag lediglich in den tiefsten Lagen noch auf knapp
über 0 Grad steigen. Oberhalb von 300 bis 400 m kann es nochmals bis zu 10 cm
Neuschnee geben, in Staulagen eventuell auch mehr.
In der Nacht zum Mittwoch weitet sich ein markanter Höhenrücken bis nach
Südnorwegen aus, so dass es vor allem in der Nordhälfte auf dessen Vorderseite
zu einer Wetterberuhigung kommt und es kaum mehr Schauer gibt.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Im Großen und Ganzen erweist sich der aktuelle Lauf des ECMWF als recht
konsistent zu seinen Vorgängern. Über den betrachteten Mittelfristzeitraum
hinaus bleibt ein umfangreicher Langwellentrog, der sich vom Nordmeer über weite
Teile Europas bzw. Mitteleuropas bis in den Mittelmeerraum erstreckt
wetterbestimmend.
Unterschiede ergeben sich in der Position und Verlagerungsgeschwindigkeit
kleinerer Randtröge bzw. der jeweils mit ihnen korrespondierenden Bodentiefs,
die sich meist von Westen bzw. Nordwesten her über Deutschland hinweg ostwärts
verlagern. Dabei erweist sich der aktuelle Lauf gegenüber den beiden Vorläufern,
insbesondere dem gestrigen 00 UTC- Lauf am Wochenende zunächst als progressiver.

Zum Montag und Dienstag hin verlagert sich ein kräftigerer Randtrog sowohl im
aktuellen Lauf als auch im gestrigen 12 UTC- Lauf nach Mitteleuropa und weitet
sich nach Süden aus, wodurch der Langwellentrog regeneriert wird. Im gestrigen
00 UTC- Lauf war das etwa 12 bis 18 Stunden später der Fall.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Allen Globalmodellen gemein ist auch bis zum Ende des Mittelfristzeitraumes der
umfangreiche Langwellentrog, der sich über weite Teile Europas bis nach
Nordafrika erstreckt. Unterschiede ergeben sich auch dort vor allem in der
Position und Verlagerungsgeschwindigkeit der Randtröge, die an der Westflanke
des Troges nach Süden und später auch nach Osten oder Südosten geführt werden,
und der mit ihnen korrespondierenden Bodentiefs.
Während am Freitag noch mehr oder weniger alle Modelle im Bodenfeld den tiefsten
Luftdruck über der Nordsee simulieren, ergeben sich bis Sonntag bereits größere
Unterschiede. So zeigt das ECMWF am Sonntag, 12 UTC, ein recht flach
ausgeprägtes Bodentief über der südwestlichen Nordsee, auch GFS simuliert in der
Region (Doggerbank) zu diesem Zeitpunkt einen flachen Bodentrog. ICON simuliert
dagegen ein deutlich kräftigeres Bodentief über Südskandinavien und somit über
der Nordsee eine recht kräftige nördliche Bodenströmung, GEM schließlich ein
eigenständiges flaches Bodentief über Nordfrankreich sowie ein kräftiges Tief
über der mittleren Ostsee.
Der Trogvorstoß zum Montag hin (bzw. die Regenerierung des Langwellentroges
durch einen kräftigeren Randtrog) wird von ICON und ECMWF etwas intensiver
simuliert als vom GEM, GFS hat ihn dafür erst etwa 12 Stunden später auf der
Karte. GEM zeigt dann einen weiteren Trogvorstoß nach Mitteleuropa am Dienstag
bzw. in der Nacht zum Mittwoch.
Richtung Wochenmitte lässt das ECMWF dann zumindest vorübergehend einen
kräftigen Höhenrücken Richtung Großbritannien und Norwegische See aufwölben, so
dass es im Vorhersagegebiet auf dessen Vorderseite zu einer gewissen
Wetterberuhigung kommen würde, nach GFS und GEM weitet sich der Höhenrücken aber
eher Richtung Island aus, so dass Mitteleuropa nach wie vor im Einflussbereich
des Langwellentroges verbleibt, dessen Achse sich allerdings dann eher über dem
östlichen Mitteleuropa befindet.

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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Einigkeit der Ensembleläufe bzgl. der Großwetterlage "Trog Mitteleuropa",
die man in diesem Fall besser als "Trog Europa" bezeichnen könnte, spiegelt sich
auch in der Clusterung wider. Sowohl im Zeitraum 72 bis 96 Stunden als auch im
nächstfolgenden (120 bis 168 Stunden) verteilen sich die Ensembleläufe auf einen
Cluster.
Insgesamt verlagert sich die Achse des Troges bis zum Ende des
Mittelfristzeitraumes ganz allmählich nach Osten, wobei er durch an dessen
Westflanke nach Süden vorstoßende Randtröge immer wieder regeneriert wird.
Anfang Februar weitet sich dann ein markanter Höhenrücken Richtung Island aus.
In der erweiterten Mittelfrist (192 bis 240 Stunden) verteilen sich die
Einzelläufe dann auf 5 Cluster. Alle Cluster lassen den Langwellentrog mehr oder
weniger rasch nach Osteuropa verlagern, am langsamsten Cluster 2. Nach Cluster 4
wird der Trog am 5.2. noch einmal regeneriert.
Für den 6.2. zeigen alle Cluster einen Höhenrücken, meist über Westeuropa, der
sich vor allem nach Cluster 3 bis ins westliche Mitteleuropa ausweiten soll.
Die Offenbacher Rauchfahne zeigt, sowohl die 850 hPa-Temperatur als auch das 500
hPa- Geopotential betreffend, bis zum 3.2., also bis zu Beginn der erweiterten
Mittelfrist, nur einen geringen Spread. Die Temperatur in 850 hPa bewegt sich
bei den Einzelmembern zwischen -3 und -9 Grad am 30.1. und zwischen -5 und -11
Grad am 3.2.. Erst ab dem 4.2., vor allem zum 5.2. hin wird der Spread
schlagartig deutlich größer.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


ECMWF, mehr aber noch ICON simulieren für den Freitag, die Nacht zum Samstag und
auch noch den Samstagvormittag für das Bergland Süddeutschlands und auch die
Alpengipfel stürmische Böen oder Sturmböen, COSMO_LEPS und auch ECMWF-EPF zeigen
die höchsten Wahrscheinlichkeiten dafür am Freitagnachmittag im Hochschwarzwald.
Ab Samstagnachmittag bzw. -abend sollte der Wind keine große Rolle mehr spielen.

In der Nacht zum Freitag zeigt COSMO_LEPS hohe Wahrscheinlichkeiten für mehr als
10 mm Niederschlag als Schnee innerhalb von 12 Stunden vor allem für das
Oberallgäu, mit bis knapp über 40% Wahrscheinlichkeit kann es dort in
exponierten Staulagen auch mehr als 15 mm/12 h geben.
Vor allem im Schwarzwald werden in den Folgetagen bis Sonntag in erster Linie
von COSMO_LEPS immer wieder recht hohe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 5 mm in
Stunden simuliert, zum Sonntag hin dann auch im Oberallgäu.
In den Niederungen ergeben sich aus der Probabilistik keine Wahrscheinlichkeiten
für markante Schneefälle, dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass auch dort in
kräftigeren Schauern oder im Bereich kleinräumiger Randtiefs innerhalb kurzer
Zeit meist lokal eng begrenzt mehr als 5 cm fallen.
Am Montag und vor allem in der Nacht zum Dienstag kann es dann etwas
verbreiteter bis in tiefe Lagen schneien, wobei meist weniger als 5 cm Neuschnee
in 6 bzw. 10 cm in 12 Stunden fallen.

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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMWF-EPS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Winninghoff

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