SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 24.11.2014 um 10.30 UTC
Zunächst im Westen noch recht mild. Im Laufe der Mittelfrist allmählich
Umstellung auf Ost- teils sogar Nordostlage. Dadurch bodennah Einströmen
deutlich kälterer Luftmassen. Weitgehend keine signifikanten
Wettererscheinungen.
__________________________________________________________
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 01.12.2014
Am Donnerstag... befindet sich in der Höhe ein umfangreicher Trogkomplex über
dem östlichen Nordatlantik. Dieser Langwellentrog weist eine große Amplitude auf
und greift weit nach Süden über die Iberische Halbinsel bis nach Marokko aus. Am
Boden befindet sich korrespondierend dazu ein kräftiges Bodentief mit einem
Kerndruck von unter 980 hPa knapp westlich von Irland.
Deutschland liegt auf der Vorderseite dieses Trogkomplexes in einer
südwestlichen Höhenströmung. Die Achse des stromabwärts befindlichen Höhenkeils
wandert allmählich ostwärts aus Deutschland ab. Ein auf der Trogvorderseite
befindlicher Kurzwellentrog stützt ein Randtief bei den Britischen Inseln. Ein
davon ausgehendes Frontensystem liegt über der Westhälfte von Deutschland und
sorgt für geringe Niederschläge.
Während in der Osthälfte kühlere Luftmassen für Höchstwerte zwischen 4 und 7
Grad sorgen, bringt das Frontensystem dem Westen mildere Luftmassen bis 12 Grad.
Nachfrost ist demnach auch nur von der Mitte bis in den Osten Deutschlands der
Fall, während der Westen weitgehend frostfrei bleibt.
Am Freitag... schnürt sich der Trogkomplex ab und ein kräftiges und
eigenständiges Höhentief etabliert sich an der Westküste der Iberischen
Halbinsel. Das dazu korrespondierende Bodentief liegt nahezu achsensenkrecht
unter dem Höhentief mit einem Kerndruck von unter 975 hPa.
Gleichzeitig kann sich das Kältehoch über Russland weiter westwärts bis nach
Skandinavien ausweiten. Dadurch dreht die Bodenströmung über Deutschland auf
südöstliche bis östliche Richtungen. Die noch über Deutschland liegende
Warmfront löst sich damit immer mehr auf und macht sich nur noch durch dichtere
Wolkenfelder bemerkbar.
Die Druckgegensätze zwischen der Hochdruckbrücke über Nordeuropa und dem Tief
vor der Iberischen Halbinsel nimmt zu, sodass an der See einzelne Windböen
möglich sind.
Direkt an den Alpen stellt sich vorübergehend schwacher Föhn ein, sonst geht die
Temperatur durch die Winddrehung auf östliche Richtungen leicht zurück.
Am Samstag... befindet sich der abgetropfte Höhentiefkomplex mit seinem Zentrum
etwa bei der Straße von Gibraltar angereichert mit Höhenkaltluft von deutlich
unter -20 Grad. Vorderseitig befindet sich ein Höhenkeil mit negativer
Achsenneigung von dem auch Deutschland profitiert. Außerdem kann sich das Hoch
über Skandinavien bis zu den Britischen Inseln ausweiten und eine Verbindung mit
dem Hoch bei den Azoren aufnehmen.
In Deutschland hat die Bodenströmung mittlerweile auf östliche Richtungen
gedreht. Zwar lässt sich im Theta-Feld noch eine Warmfront finden, die aber
aufgrund des Druckanstieges nur wenig Wetterwirksamkeit zeigt. Stattdessen
fließen bodennah weiter recht kühle Luftmassen in den Osten und Nordosten des
Landes (Höchstwerte 3 bis 6 Grad) und auch im Westen gehen die Werte trotz
steigender 850 hPa Temperaturen bodennah allmählich zurück.
Direkt an den Alpen ist es noch leicht föhnig, mit weiter abnehmender Stärke.
Der Luftdruckgradient über Deutschland nimmt wieder etwas ab, sodass auch der
böige Wind an der Küste nachlässt.
Sonntag und Montag... stellt sich über Mitteleuropa eine High-over-Low-Lage ein.
Der Höhentiefkomplex wandert allmählich von der Iberischen Halbinsel
nordostwärts und beeinflusst zu Wochenbeginn auch den Süden Deutschlands durch
Aufgleitvorgänge und daraus resultierend etwas Niederschlag.
Über dem Norden verstärkt sich die Hochdruckbrücke, die von Osteuropa über
Südskandinavien bis zum östlichen Nordatlantik reicht. Über Deutschland stellt
sich damit eine stramme Ost- bis Nordostströmung ein, wobei die Temperatur in
850 hPa im Nordosten auf -5 Grad zurückgeht. Deutlich stärker sollen die Werte
bodennah zurückgehen. So werden für die Mitte und den Osten Höchstwerte um oder
knapp unter dem Gefrierpunkt vorhergesagt und auch im Rest des Landes bewegen
sich die Maxima zumeist im unteren einstelligen Bereich.
In der erweiterten Mittelfrist... wandert das Höhentief allmählich retrograd von
Mitteleuropa bis zur Bretagne. Über Südskandinavien befindet sich ein
eigenständiges Höhenhoch, dass eine Hochdruckbrücke vom Nordmeer bis zum
Kaspischen Meer stützt. Damit dreht die Strömung wieder auf Ost- bis Südost und
schwächt sich. Damit steigt das Temperaturniveau allmählich ein wenig an. Dafür
sorgen aber Feuchtefelder ausgehend vom Höhentief über Deutschland gebietsweise
für Niederschläge.
__________________________________________________________
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn der Mittelfrist zeigen sich schon die ersten Unterschiede. So wird der
auf der Trogvorderseite nordwärts ablaufende Kurzwellentrog unterschiedlich in
Bezug auf Schnelligkeit und Ausprägung berechnet. Entsprechend gibt es auch
Unterschiede in Bezug auf die Stärke des Randtiefs und die zu ihm gehörige
Warmfront.
Der sich zum Ende der Woche und am Wochenende vollziehende Abtropfvorgang bei
der Iberischen Halbinsel wird dann von den Vorläufen wieder recht ähnlich zum
aktuellen Lauf vorhergesagt. Unterschiede ergeben sich nur in der genauen
Positionierung, die aber zunächst keine größeren Auswirkungen auf das Wetter in
Deutschland hat.
Zu Beginn der neuen Woche nehmen die Unterschiede dann deutlich zu. So wird die
Entwicklung des umfangreichen Höhentiefs über Südwesteuropa unterschiedlich
vorhergesagt. Seine Verlagerung wie im aktuellen Lauf prognostiziert (zunächst
nach Nordosten und anschließend retrograd zur Bretagne) wird von den vorherigen
Läufen so nicht gebracht. Demnach soll der Höhentiefkomplex über Südeuropa
ostwärts wandern. Der gestrige 12 UTC Lauf deutete die Verlagerung in Richtung
West immerhin an, dies sollte aber deutlich langsamer geschehen und die Stärke
des Höhentiefs wurde deutlich kräftiger vorhergesagt.
Die Unsicherheiten in der Entwicklung spiegeln sich demzufolge auch in der Höhe
der 2m-Temperatur wider.
__________________________________________________________
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Unsicherheiten die sich innerhalb des ECMWF-Modells zeigen, lassen sich auch
beim Vergleich mit anderen Globalmodellen wiederfinden. Das betrifft zunächst
den oben bereits angesprochenen Kurzwellentrog und das daran gekoppelte Tief
bzw. die zu ihm gehörige Front. Dadurch wird auch die Möglichkeit von
Niederschlägen unterschiedlich beurteilt. Während das GME keinen Niederschlag
prognostiziert, bringt das GFS vor allem der Nordhälfte zeitweise etwas Regen.
Der Abtropfvorgang wird dann wieder von allen Globalmodellen vorhergesagt, wobei
kleinere Unsicherheiten noch im genauen zeitlichen Ablauf und der exakten
Positionierung bestehen. Eine trockene Phase wird aber von allen Modellen
vorhergesagt.
Danach nehmen die Unsicherheiten wieder zu. So weitet GME das Höhentief bis nach
Deutschland aus, mit von Osten aufkommenden Niederschlägen. In der Entwicklung
ist das deutsche Modell damit dem ECMWF recht ähnlich, wenn auch etwas
schneller. Beim GFS verbleibt das Höhentief zwischen östlichen Mittelmeerraum
und Nordafrika. Stattdessen kann die Frontalzone wieder Einfluss auf Deutschland
nehmen, sodass in der erweiterten Mittelfrist kalte Luftmassen aus Norden auf
Deutschland übergreifen. Nach GEM verbleibt das Hauptzentrum des Höhentiefs über
zentralen Teilen des Mittelmeers, baut aber zarte Verbindung nach Norden auf.
Insgesamt ist GEM deutlich milder als ECMWF. Das JMA ist in der Entwicklung dem
ECMWF hingegen sehr ähnlich.
__________________________________________________________
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen von Offenbach zeigen zunächst eine recht enge Bündelung der
verschiedenen Member, sowohl für die 850 hPa Temperatur, als auch das
Geopotential. Nach geringen Niederschlagssignalen für den Donnerstag, wird zum
Wochenende bei ansteigendem Geopotential von Freitag bis Sonntag trockenes
Wetter prognostiziert.
Im Laufe des Sonntags beginnen dann die Member deutlich auseinanderzulaufen,
sodass zu Beginn der neuen Woche sich ein großer Spread auftut. Haupt- und
Kontrolllauf lassen das Niveau der 850 hPa Temperatur und auch das Geopotential
zurückgehen. Vor allem der Hauptlauf befindet sich dabei unterhalb des Mittels.
Es gibt aber auch einige Lösungen, die nur einen leichten oder gar keinen
Rückgang prognostizieren.
Das Clustering bringt für den Zeitraum +120 bis +168 h (Samstag bis Montag) drei
Lösungen. Haupt- und Kontrolllauf befinden sich im am stärksten besetzten
Cluster 1. Alle drei Cluster zeigen den Abtropfprozess vor der Iberischen
Halbinsel. Unterschiede ergeben sich, wie weit das Höhentief nach Süden
abtropft. Cluster 2 und 3 lassen dieses deutlich weiter südlich bis nach
Nordafrika abtropfen und sind damit dem GFS ähnlicher. Gleichzeitig wird von
diesen beiden Clustern eine deutlich stärkere Blockierung über Nordeuropa
vorhergesagt.
Im Zeitraum +192 bis +240 h werden nur noch zwei Lösungen angeboten, wobei die
erste Lösung, in der sich auch Haupt- und Kontrolllauf befinden knapp 2/3 aller
Member beinhaltet. Der zweite Cluster unterscheidet sich dahingehend, dass die
Frontalzone deutlich weiter südwärts ausgreifen soll, während Cluster eine viel
stärkere Blockierung mit einem eingelagerten Höhentief bei der Biskaya
simuliert.
Das Ensemble des GFS zeigt zunehmende Unsicherheiten ebenfalls im Laufe des
kommenden Wochenendes. Wie auch das Mittel des ECMWF geht die Temperatur in 850
hPa im Mittel auf unter 0 Grad zurück. Die Umstellung auf eine Nordwetterlage
mit unter -10 Grad in 850 hPa, wie es der GFS-Hauptlauf zeigt, ist nur eine
singuläre Lösung. Der Hauptlauf verläuft deutlich unterhalb vom Rest der Member.
FAZIT: Kleinere Unsicherheiten gibt es bezüglich der geringen Niederschläge zum
Ende der Woche. Die Umstellung der Großwetterlage durch den Abtropfprozess zum
Wochenende wird von allen Modellen gezeigt. Die Konsequenz daraus ist allerdings
noch mit deutlichen Unsicherheiten behaftet, sodass eine zuverlässige Prognose
zu Beginn der kommenden Woche derzeit noch nicht möglich ist. Ein spürbarer
Temperaturrückgang lässt sich aber allen Modellen entlocken.
_________________________________________________________
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikante Wetterscheinungen sind zunächst keine zu erwarten. Erst zu Beginn
der neuen Woche (Montag/Dienstag) sind an der See und im höheren Bergland
stürmische Böen aus Ost bis Nordost möglich
Darüber hinaus werden auch von EFI keine signifikanten Wettererscheinungen
vorhergesagt.
________________________________________________________
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, ECMWF-EPS
________________________________________________________
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marcus Beyer
ausgegeben am Montag, den 24.11.2014 um 10.30 UTC
Zunächst im Westen noch recht mild. Im Laufe der Mittelfrist allmählich
Umstellung auf Ost- teils sogar Nordostlage. Dadurch bodennah Einströmen
deutlich kälterer Luftmassen. Weitgehend keine signifikanten
Wettererscheinungen.
__________________________________________________________
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 01.12.2014
Am Donnerstag... befindet sich in der Höhe ein umfangreicher Trogkomplex über
dem östlichen Nordatlantik. Dieser Langwellentrog weist eine große Amplitude auf
und greift weit nach Süden über die Iberische Halbinsel bis nach Marokko aus. Am
Boden befindet sich korrespondierend dazu ein kräftiges Bodentief mit einem
Kerndruck von unter 980 hPa knapp westlich von Irland.
Deutschland liegt auf der Vorderseite dieses Trogkomplexes in einer
südwestlichen Höhenströmung. Die Achse des stromabwärts befindlichen Höhenkeils
wandert allmählich ostwärts aus Deutschland ab. Ein auf der Trogvorderseite
befindlicher Kurzwellentrog stützt ein Randtief bei den Britischen Inseln. Ein
davon ausgehendes Frontensystem liegt über der Westhälfte von Deutschland und
sorgt für geringe Niederschläge.
Während in der Osthälfte kühlere Luftmassen für Höchstwerte zwischen 4 und 7
Grad sorgen, bringt das Frontensystem dem Westen mildere Luftmassen bis 12 Grad.
Nachfrost ist demnach auch nur von der Mitte bis in den Osten Deutschlands der
Fall, während der Westen weitgehend frostfrei bleibt.
Am Freitag... schnürt sich der Trogkomplex ab und ein kräftiges und
eigenständiges Höhentief etabliert sich an der Westküste der Iberischen
Halbinsel. Das dazu korrespondierende Bodentief liegt nahezu achsensenkrecht
unter dem Höhentief mit einem Kerndruck von unter 975 hPa.
Gleichzeitig kann sich das Kältehoch über Russland weiter westwärts bis nach
Skandinavien ausweiten. Dadurch dreht die Bodenströmung über Deutschland auf
südöstliche bis östliche Richtungen. Die noch über Deutschland liegende
Warmfront löst sich damit immer mehr auf und macht sich nur noch durch dichtere
Wolkenfelder bemerkbar.
Die Druckgegensätze zwischen der Hochdruckbrücke über Nordeuropa und dem Tief
vor der Iberischen Halbinsel nimmt zu, sodass an der See einzelne Windböen
möglich sind.
Direkt an den Alpen stellt sich vorübergehend schwacher Föhn ein, sonst geht die
Temperatur durch die Winddrehung auf östliche Richtungen leicht zurück.
Am Samstag... befindet sich der abgetropfte Höhentiefkomplex mit seinem Zentrum
etwa bei der Straße von Gibraltar angereichert mit Höhenkaltluft von deutlich
unter -20 Grad. Vorderseitig befindet sich ein Höhenkeil mit negativer
Achsenneigung von dem auch Deutschland profitiert. Außerdem kann sich das Hoch
über Skandinavien bis zu den Britischen Inseln ausweiten und eine Verbindung mit
dem Hoch bei den Azoren aufnehmen.
In Deutschland hat die Bodenströmung mittlerweile auf östliche Richtungen
gedreht. Zwar lässt sich im Theta-Feld noch eine Warmfront finden, die aber
aufgrund des Druckanstieges nur wenig Wetterwirksamkeit zeigt. Stattdessen
fließen bodennah weiter recht kühle Luftmassen in den Osten und Nordosten des
Landes (Höchstwerte 3 bis 6 Grad) und auch im Westen gehen die Werte trotz
steigender 850 hPa Temperaturen bodennah allmählich zurück.
Direkt an den Alpen ist es noch leicht föhnig, mit weiter abnehmender Stärke.
Der Luftdruckgradient über Deutschland nimmt wieder etwas ab, sodass auch der
böige Wind an der Küste nachlässt.
Sonntag und Montag... stellt sich über Mitteleuropa eine High-over-Low-Lage ein.
Der Höhentiefkomplex wandert allmählich von der Iberischen Halbinsel
nordostwärts und beeinflusst zu Wochenbeginn auch den Süden Deutschlands durch
Aufgleitvorgänge und daraus resultierend etwas Niederschlag.
Über dem Norden verstärkt sich die Hochdruckbrücke, die von Osteuropa über
Südskandinavien bis zum östlichen Nordatlantik reicht. Über Deutschland stellt
sich damit eine stramme Ost- bis Nordostströmung ein, wobei die Temperatur in
850 hPa im Nordosten auf -5 Grad zurückgeht. Deutlich stärker sollen die Werte
bodennah zurückgehen. So werden für die Mitte und den Osten Höchstwerte um oder
knapp unter dem Gefrierpunkt vorhergesagt und auch im Rest des Landes bewegen
sich die Maxima zumeist im unteren einstelligen Bereich.
In der erweiterten Mittelfrist... wandert das Höhentief allmählich retrograd von
Mitteleuropa bis zur Bretagne. Über Südskandinavien befindet sich ein
eigenständiges Höhenhoch, dass eine Hochdruckbrücke vom Nordmeer bis zum
Kaspischen Meer stützt. Damit dreht die Strömung wieder auf Ost- bis Südost und
schwächt sich. Damit steigt das Temperaturniveau allmählich ein wenig an. Dafür
sorgen aber Feuchtefelder ausgehend vom Höhentief über Deutschland gebietsweise
für Niederschläge.
__________________________________________________________
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn der Mittelfrist zeigen sich schon die ersten Unterschiede. So wird der
auf der Trogvorderseite nordwärts ablaufende Kurzwellentrog unterschiedlich in
Bezug auf Schnelligkeit und Ausprägung berechnet. Entsprechend gibt es auch
Unterschiede in Bezug auf die Stärke des Randtiefs und die zu ihm gehörige
Warmfront.
Der sich zum Ende der Woche und am Wochenende vollziehende Abtropfvorgang bei
der Iberischen Halbinsel wird dann von den Vorläufen wieder recht ähnlich zum
aktuellen Lauf vorhergesagt. Unterschiede ergeben sich nur in der genauen
Positionierung, die aber zunächst keine größeren Auswirkungen auf das Wetter in
Deutschland hat.
Zu Beginn der neuen Woche nehmen die Unterschiede dann deutlich zu. So wird die
Entwicklung des umfangreichen Höhentiefs über Südwesteuropa unterschiedlich
vorhergesagt. Seine Verlagerung wie im aktuellen Lauf prognostiziert (zunächst
nach Nordosten und anschließend retrograd zur Bretagne) wird von den vorherigen
Läufen so nicht gebracht. Demnach soll der Höhentiefkomplex über Südeuropa
ostwärts wandern. Der gestrige 12 UTC Lauf deutete die Verlagerung in Richtung
West immerhin an, dies sollte aber deutlich langsamer geschehen und die Stärke
des Höhentiefs wurde deutlich kräftiger vorhergesagt.
Die Unsicherheiten in der Entwicklung spiegeln sich demzufolge auch in der Höhe
der 2m-Temperatur wider.
__________________________________________________________
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Unsicherheiten die sich innerhalb des ECMWF-Modells zeigen, lassen sich auch
beim Vergleich mit anderen Globalmodellen wiederfinden. Das betrifft zunächst
den oben bereits angesprochenen Kurzwellentrog und das daran gekoppelte Tief
bzw. die zu ihm gehörige Front. Dadurch wird auch die Möglichkeit von
Niederschlägen unterschiedlich beurteilt. Während das GME keinen Niederschlag
prognostiziert, bringt das GFS vor allem der Nordhälfte zeitweise etwas Regen.
Der Abtropfvorgang wird dann wieder von allen Globalmodellen vorhergesagt, wobei
kleinere Unsicherheiten noch im genauen zeitlichen Ablauf und der exakten
Positionierung bestehen. Eine trockene Phase wird aber von allen Modellen
vorhergesagt.
Danach nehmen die Unsicherheiten wieder zu. So weitet GME das Höhentief bis nach
Deutschland aus, mit von Osten aufkommenden Niederschlägen. In der Entwicklung
ist das deutsche Modell damit dem ECMWF recht ähnlich, wenn auch etwas
schneller. Beim GFS verbleibt das Höhentief zwischen östlichen Mittelmeerraum
und Nordafrika. Stattdessen kann die Frontalzone wieder Einfluss auf Deutschland
nehmen, sodass in der erweiterten Mittelfrist kalte Luftmassen aus Norden auf
Deutschland übergreifen. Nach GEM verbleibt das Hauptzentrum des Höhentiefs über
zentralen Teilen des Mittelmeers, baut aber zarte Verbindung nach Norden auf.
Insgesamt ist GEM deutlich milder als ECMWF. Das JMA ist in der Entwicklung dem
ECMWF hingegen sehr ähnlich.
__________________________________________________________
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen von Offenbach zeigen zunächst eine recht enge Bündelung der
verschiedenen Member, sowohl für die 850 hPa Temperatur, als auch das
Geopotential. Nach geringen Niederschlagssignalen für den Donnerstag, wird zum
Wochenende bei ansteigendem Geopotential von Freitag bis Sonntag trockenes
Wetter prognostiziert.
Im Laufe des Sonntags beginnen dann die Member deutlich auseinanderzulaufen,
sodass zu Beginn der neuen Woche sich ein großer Spread auftut. Haupt- und
Kontrolllauf lassen das Niveau der 850 hPa Temperatur und auch das Geopotential
zurückgehen. Vor allem der Hauptlauf befindet sich dabei unterhalb des Mittels.
Es gibt aber auch einige Lösungen, die nur einen leichten oder gar keinen
Rückgang prognostizieren.
Das Clustering bringt für den Zeitraum +120 bis +168 h (Samstag bis Montag) drei
Lösungen. Haupt- und Kontrolllauf befinden sich im am stärksten besetzten
Cluster 1. Alle drei Cluster zeigen den Abtropfprozess vor der Iberischen
Halbinsel. Unterschiede ergeben sich, wie weit das Höhentief nach Süden
abtropft. Cluster 2 und 3 lassen dieses deutlich weiter südlich bis nach
Nordafrika abtropfen und sind damit dem GFS ähnlicher. Gleichzeitig wird von
diesen beiden Clustern eine deutlich stärkere Blockierung über Nordeuropa
vorhergesagt.
Im Zeitraum +192 bis +240 h werden nur noch zwei Lösungen angeboten, wobei die
erste Lösung, in der sich auch Haupt- und Kontrolllauf befinden knapp 2/3 aller
Member beinhaltet. Der zweite Cluster unterscheidet sich dahingehend, dass die
Frontalzone deutlich weiter südwärts ausgreifen soll, während Cluster eine viel
stärkere Blockierung mit einem eingelagerten Höhentief bei der Biskaya
simuliert.
Das Ensemble des GFS zeigt zunehmende Unsicherheiten ebenfalls im Laufe des
kommenden Wochenendes. Wie auch das Mittel des ECMWF geht die Temperatur in 850
hPa im Mittel auf unter 0 Grad zurück. Die Umstellung auf eine Nordwetterlage
mit unter -10 Grad in 850 hPa, wie es der GFS-Hauptlauf zeigt, ist nur eine
singuläre Lösung. Der Hauptlauf verläuft deutlich unterhalb vom Rest der Member.
FAZIT: Kleinere Unsicherheiten gibt es bezüglich der geringen Niederschläge zum
Ende der Woche. Die Umstellung der Großwetterlage durch den Abtropfprozess zum
Wochenende wird von allen Modellen gezeigt. Die Konsequenz daraus ist allerdings
noch mit deutlichen Unsicherheiten behaftet, sodass eine zuverlässige Prognose
zu Beginn der kommenden Woche derzeit noch nicht möglich ist. Ein spürbarer
Temperaturrückgang lässt sich aber allen Modellen entlocken.
_________________________________________________________
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikante Wetterscheinungen sind zunächst keine zu erwarten. Erst zu Beginn
der neuen Woche (Montag/Dienstag) sind an der See und im höheren Bergland
stürmische Böen aus Ost bis Nordost möglich
Darüber hinaus werden auch von EFI keine signifikanten Wettererscheinungen
vorhergesagt.
________________________________________________________
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, ECMWF-EPS
________________________________________________________
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marcus Beyer