SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 231800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 23.11.2014 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Keine.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC
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Aktuell ... lag um 12 UTC in 300 hPa ein Rücken über großen Teilen
Mitteleuropas, darunter auch Deutschland. Westlich daran schloss sich eine
Trogformation an, die sich vom Seegebiet nördlich Schottlands südwärts bis zu
den östlichen Kanaren hin erstreckte und innerhalb dessen es vor Portugal und
bei den Kanaren Cut-Off-Tiefs gab. Beide Formationen verlagern sich bis
Tagesende nach Osten; die Achse des Höhenrückens reicht dann über Deutschland
vom Allgäu bis zur Odermündung.

Der Rest des heutigen Tages bleibt allgemein niederschlagsfrei; lediglich auf
den ost- und nordfriesischen Inseln sind erste Tropfen gegen UTC-Mitternacht vor
der nahenden Kaltfront des östlich von Island befindlichen Tiefs möglich. Sonst
herrscht ruhiges Wetter, wobei sich die Nebelgebiete in der Südhälfte wieder
ausbreiten, wovon in erster Linie die Flussniederungen betroffen sind.
Bodenfrost ist im südlichen Brandenburg, in Sachsen sowie im östlichen und
südlichen Bayern möglich.
Der Wind frischt in exponierten Gipfellagen (Brocken) weiter auf und kann nach
OOG in der zweiten Nachthälfte Bft 10 erreichen. Anfällige Küsten- und
Inselgebiete sowie spezielle Leezonen (Erzgebirge, Harz) haben südliche Winde
Bft 7.


Montag ... verlagert sich der Nordteil des Troges rasch als Kurzwellengebilde
ostwärts, während die abgetropften Teile über Südwesteuropa bzw. Nordafrika
verbleiben. Der Trog überquert vom Morgen bis zum Nachmittag rasch den Norden
und die Mitte Deutschlands, während er im Süden mangels Windgeschwindigkeit und
auch mangels markanter Krümmungsänderung kaum Hebung induzieren kann. Rückseitig
kräftigt sich ein nach Frankreich gerichteter sekundärer Ast des alten
Langwellenrückens und rückt bis 24 UTC in die Südwesthälfte Deutschlands vor.

Die Kaltfront dringt etwa ab Mitternacht in den Nordwesten Deutschlands ein und
überquert bis Mittag rasch den Norden und weitgehend auch die Mitte unseres
Landes. Die Front wird mittags dann aber als Warmfront nach Westen zu wieder
leicht rückläufig. Die PVA-Hebung vorderseitig des Troges wird allerdings durch
starke überlagerte KLA deutlich gedämpft, so dass die Niederschlagsmengen nicht
warnrelevant sind. Die maximale 6stündige Summe liegt nach C-EU bei 6 mm im
Nordosten. Das Niederschlagsband schwächt sich in der zweiten Tageshälfte
deutlich ab (von 12 bis 18 UTC nur noch in Sachsen und der Nordhälfte Bayerns
etwas Regen) und zwischen 18 und 24 UTC ist es dann weitestgehend
niederschlagsfrei. GFS rechnet im Nordosten mit mehr Niederschlag als die
deutschen Modelle (bis 15 mm auf Usedom).

Der Wind lässt im Tagesverlauf wieder nach, so dass nachmittags allenfalls auf
exponierten Nordseeinseln noch Böen Bft 7 zu erwarten sind. Spätabends dürften
dann nirgendwo mehr warnrelevante Böen auftreten.

In der Nacht zum Dienstag muss recht verbreitet mit Nebelbildung gerechnet
werden (nach Niederschlag und bei deutlich abnehmender Windgeschwindigkeit).



Dienstag ... bleiben wir im Bereich des Höhenrückens, der sich von Westen her
immer wieder neu regeneriert.

Die zunächst kaum wetterwirksame Front über der Südhälfte Deutschlands kommt
allmählich wieder als Warmfront nach Norden bzw. Nordosten voran, so dass zum
Tagesende die RZ-Bereiche München, Stuttgart, Offenbach und Essen weitgehend in
der warmen Luftmasse liegen. Bereits im Laufe des Vormittags intensiviert sich
gemäß C-EU der Regen im Westen und breitet sich mit dem Vorankommen der
Warmfront immer weiter nach Norden und Nordosten aus. C-EU erwartet von 18 bis
24 UTC in Ostwestfalen bis 21 mm. 24stündig (von 00 bis 24 UTC) werden dort bis
24 mm berechnet. Ganz im Gegensatz dazu steht GME, das im äußersten Westen eine
Summe von maximal 0.6 mm anbietet. Auch MOS-EZMW lässt den Dienstag fast
komplett niederschlagsfrei. COSMO-LEPS von 00 UTC hat im ungewichteten Mittel
bis 3 mm im Westen (00 bis 24 UTC). GFS simuliert nur einige Tropfen im
äußersten Südwesten und Nordosten. Insofern bestehen erhebliche Unsicherheiten
über die Niederschlagstätigkeit an diesem Tag.

In der Nacht zum Mittwoch ist erneut vielfach Nebelbildung möglich.


Mittwoch ... ändert sich an der Konfiguration des Höhendruckfeldes über
Deutschland bis 12 UTC kaum etwas.

Nach C-EU verlagert sich der Regen bis Mittag in die Nordhälfte Deutschlands;
von 00 bis 12 UTC sollen bis 17 mm fallen (Sachsen-Anhalt). GME ist abermals
extrem zurückhaltend mit maximal 8 mm in Moselnähe. Dieses Modell prognostiziert
lediglich im Westen Regen, in Sachsen-Anhalt soll es im Gegensatz zum C-EU
trocken bleiben.
Um 12 UTC liegt nach C-EU Theta-Ä 850 hPa die Warmfront etwa entlang einer Linie
Cuxhaven-Chemnitz, nach dem entsprechenden GME-Feld allerdings entlang einer
Linie Ostfriesland-Frankfurt/Main-Freiburg, also deutlich weiter westlich, was
die markanten Unterschiede in der Niederschlagsverteilung erklären könnte.
Nach der pseudopotentiellen Temperatur am Boden müsste man nach C-EU allerdings
um 12 UTC die Warmfront nur im Südwesten belassen (etwa Aachen-Allgäu). Die
Windpfeile C-EU würden wiederum eine Position südliches Emsland-Chemnitz
nahelegen (fast ganz Niedersachsen hat 110°-Wind).


Modellvergleich und -einschätzung
Modellunterschiede innerhalb der deutschen Modellkette wurden bereits im Text
angesprochen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.

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