SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 241800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 24.11.2014 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Ruhiges Spätherbstwetter. Nachts gebietsweise Nebel und auch Frost, ganz
vereinzelt auch Glätte möglich.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
-------------------------------------------------------------
Aktuell ... Ein Langwellenrücken, der von Tunesien über das Mittelmeer bis nach
Frankreich reicht, kräftigt sich in seinem Nordteil und dehnt sich allmählich
nach Deutschland hin aus. Gleichzeitig zieht ein Randtrog eines umfangreichen
Nordatlantischen und westeuropäischen Langwellentroges unter Abschwächung über
Skandinavien hinweg nach Finnland. Der dazugehörige Tiefausläufer des
korrespondierenden Bodentiefs bei Schweden hat Deutschland im Wesentlichen schon
Richtung Polen verlassen, er wird über Süddeutschland rückläufig und geht somit
in eine Warmfront eines Bodentiefs über Zentralfrankreich über. Die Front
entfaltet über Deutschland kaum noch Wetteraktivität. Generell setzt sich in
Deutschland wieder zunehmend Hochdruckeinfluss durch.
Daher haben wir es in der Nacht zum Dienstag mit Nebel zu tun, der sich wieder
neubildet oder bei schon vorhandenem Nebel wieder verdichtet. Gebietsweise muss
vor allem in der Mitte mit Frost oder Bodenfrost gerechnet werden. Dabei kann es
zu überfrierender Nässe oder Reifglätte kommen. Nach Süden zu halten sich teils
noch Wolkenfelder des Tiefausläufers. Regen fällt aber kaum noch.
Dienstag ... bleiben wir im Bereich des Höhenrückens, der sich von Westen her
neu regeneriert.
Die faktisch nicht wetterwirksame Front über dem Süden Deutschlands kommt
allmählich wieder als Warmfront nach Norden bzw. Nordosten voran, so dass zum
Tagesende die Warmfront sich etwa vom linksrheinischen NRW über Rheinland-Pfalz
und Stuttgart nach Niederbayern erstreckt. Ganz im Gegensatz zur Prognose des
gestrigen 12 UTC-Laufs simuliert C-EU nunmehr, keinen Niederschlag (vor 12
Stunden wurden noch bis zu 24 mm in Ostwestfalen angenommen!) mehr. Insofern
lagen gestern mittag die anderen Modelle richtig und COSMO-EU falsch. GFS und
ECMF16 geben in erster Linie im Süden geringfügigen Niederschlag. EURO4 lässt
unser Gebiet quasi niederschlagsfrei.
Im Bereich der wärmeren Luft ist nicht mit länger anhaltendem Sonnenschein zu
rechnen und auch nicht im Norden, wohl aber in NRW und auch noch im Bereich
Hessen/Thüringen. Maxima über 10 Grad gibt es nur im südwestlichen
Baden-Württemberg, am Alpenrand und an der Nordsee.
In der Nacht zum Mittwoch ist erneut vielfach Nebelbildung möglich. Frost bzw.
Bodenfrost sind ganz ähnlich verteilt wie in der Nacht zum Dienstag.
Mittwoch ... bleibt Deutschland weiterhin im Bereich des Langwellenrückens, der
sich allerdings etwas abschwächt.
Die Warmfront kommt noch etwas nach Nordosten voran. Im Südwesten und Westen
kann es zeitweise etwas regnen. 2 bis 3 mm sind in Rheinland-Pfalz und in
Baden-Württemberg lokal nach C-EU möglich. GME simuliert im wesentlichen nur auf
den Nordseeinseln etwas Regen, GFS bleibt faktisch niederschlagsfrei und ECMF16
hat im äußersten Westen und im Südwesten bis 4 mm.
Der Wind nimmt gegenüber dem Vortag wieder etwas zu, so dass vor allem um die
Nordsee herum einzelne Böen Bft 7 aus Südost möglich sind. Auch der "Böhmische
Wind" tritt hinter dem Erzgebirgskamm wieder in Erscheinung, Böen Bft 7,
eventuell auch Bft 8, sind dort möglich.
In der Nacht zum Donnerstag tritt Frost vornehmlich in der östlichen Hälfte
Deutschlands auf. Nebel bildet sich hauptsächlich in der Mitte und im Süden.
Donnerstag ... befindet sich in der Höhe ein umfangreicher Trogkomplex über dem
östlichen Nordatlantik. Dieser Langwellentrog weist eine große Amplitude auf und
greift weit nach Süden über die Iberische Halbinsel bis nach Marokko aus. Am
Boden befindet sich korrespondierend dazu ein kräftiges Bodentief mit einem
Kerndruck von unter 980 hPa knapp westlich von Irland.
Deutschland liegt auf der Vorderseite dieses Trogkomplexes in einer
südwestlichen Höhenströmung. Die Achse des stromabwärts befindlichen Höhenkeils
wandert allmählich ostwärts aus Deutschland ab. Ein auf der Trogvorderseite
befindlicher Kurzwellentrog stützt ein Randtief bei der Bretagne. Ein davon
ausgehendes Frontensystem liegt über der Westhälfte von Deutschland und sorgt
für geringe Niederschläge.
Während in der Osthälfte kühlere Luftmassen für Höchstwerte zwischen 4 und 7
Grad sorgen, bringt das Frontensystem dem Westen mildere Luftmassen bis 12 Grad.
Nachfrost ist demnach auch nur von der Mitte bis in den Osten Deutschlands der
Fall, während der Westen weitgehend frostfrei bleibt.
Modellvergleich und -einschätzung
----------------------------------------------------------------
Auch die anderen externen Modelle simulieren gleichartige synoptische Felder und
auch im Detail gibt es über Mitteleuropa kaum Abweichungen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Stefan Külzer
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Montag, den 24.11.2014 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Ruhiges Spätherbstwetter. Nachts gebietsweise Nebel und auch Frost, ganz
vereinzelt auch Glätte möglich.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 12 UTC
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Aktuell ... Ein Langwellenrücken, der von Tunesien über das Mittelmeer bis nach
Frankreich reicht, kräftigt sich in seinem Nordteil und dehnt sich allmählich
nach Deutschland hin aus. Gleichzeitig zieht ein Randtrog eines umfangreichen
Nordatlantischen und westeuropäischen Langwellentroges unter Abschwächung über
Skandinavien hinweg nach Finnland. Der dazugehörige Tiefausläufer des
korrespondierenden Bodentiefs bei Schweden hat Deutschland im Wesentlichen schon
Richtung Polen verlassen, er wird über Süddeutschland rückläufig und geht somit
in eine Warmfront eines Bodentiefs über Zentralfrankreich über. Die Front
entfaltet über Deutschland kaum noch Wetteraktivität. Generell setzt sich in
Deutschland wieder zunehmend Hochdruckeinfluss durch.
Daher haben wir es in der Nacht zum Dienstag mit Nebel zu tun, der sich wieder
neubildet oder bei schon vorhandenem Nebel wieder verdichtet. Gebietsweise muss
vor allem in der Mitte mit Frost oder Bodenfrost gerechnet werden. Dabei kann es
zu überfrierender Nässe oder Reifglätte kommen. Nach Süden zu halten sich teils
noch Wolkenfelder des Tiefausläufers. Regen fällt aber kaum noch.
Dienstag ... bleiben wir im Bereich des Höhenrückens, der sich von Westen her
neu regeneriert.
Die faktisch nicht wetterwirksame Front über dem Süden Deutschlands kommt
allmählich wieder als Warmfront nach Norden bzw. Nordosten voran, so dass zum
Tagesende die Warmfront sich etwa vom linksrheinischen NRW über Rheinland-Pfalz
und Stuttgart nach Niederbayern erstreckt. Ganz im Gegensatz zur Prognose des
gestrigen 12 UTC-Laufs simuliert C-EU nunmehr, keinen Niederschlag (vor 12
Stunden wurden noch bis zu 24 mm in Ostwestfalen angenommen!) mehr. Insofern
lagen gestern mittag die anderen Modelle richtig und COSMO-EU falsch. GFS und
ECMF16 geben in erster Linie im Süden geringfügigen Niederschlag. EURO4 lässt
unser Gebiet quasi niederschlagsfrei.
Im Bereich der wärmeren Luft ist nicht mit länger anhaltendem Sonnenschein zu
rechnen und auch nicht im Norden, wohl aber in NRW und auch noch im Bereich
Hessen/Thüringen. Maxima über 10 Grad gibt es nur im südwestlichen
Baden-Württemberg, am Alpenrand und an der Nordsee.
In der Nacht zum Mittwoch ist erneut vielfach Nebelbildung möglich. Frost bzw.
Bodenfrost sind ganz ähnlich verteilt wie in der Nacht zum Dienstag.
Mittwoch ... bleibt Deutschland weiterhin im Bereich des Langwellenrückens, der
sich allerdings etwas abschwächt.
Die Warmfront kommt noch etwas nach Nordosten voran. Im Südwesten und Westen
kann es zeitweise etwas regnen. 2 bis 3 mm sind in Rheinland-Pfalz und in
Baden-Württemberg lokal nach C-EU möglich. GME simuliert im wesentlichen nur auf
den Nordseeinseln etwas Regen, GFS bleibt faktisch niederschlagsfrei und ECMF16
hat im äußersten Westen und im Südwesten bis 4 mm.
Der Wind nimmt gegenüber dem Vortag wieder etwas zu, so dass vor allem um die
Nordsee herum einzelne Böen Bft 7 aus Südost möglich sind. Auch der "Böhmische
Wind" tritt hinter dem Erzgebirgskamm wieder in Erscheinung, Böen Bft 7,
eventuell auch Bft 8, sind dort möglich.
In der Nacht zum Donnerstag tritt Frost vornehmlich in der östlichen Hälfte
Deutschlands auf. Nebel bildet sich hauptsächlich in der Mitte und im Süden.
Donnerstag ... befindet sich in der Höhe ein umfangreicher Trogkomplex über dem
östlichen Nordatlantik. Dieser Langwellentrog weist eine große Amplitude auf und
greift weit nach Süden über die Iberische Halbinsel bis nach Marokko aus. Am
Boden befindet sich korrespondierend dazu ein kräftiges Bodentief mit einem
Kerndruck von unter 980 hPa knapp westlich von Irland.
Deutschland liegt auf der Vorderseite dieses Trogkomplexes in einer
südwestlichen Höhenströmung. Die Achse des stromabwärts befindlichen Höhenkeils
wandert allmählich ostwärts aus Deutschland ab. Ein auf der Trogvorderseite
befindlicher Kurzwellentrog stützt ein Randtief bei der Bretagne. Ein davon
ausgehendes Frontensystem liegt über der Westhälfte von Deutschland und sorgt
für geringe Niederschläge.
Während in der Osthälfte kühlere Luftmassen für Höchstwerte zwischen 4 und 7
Grad sorgen, bringt das Frontensystem dem Westen mildere Luftmassen bis 12 Grad.
Nachfrost ist demnach auch nur von der Mitte bis in den Osten Deutschlands der
Fall, während der Westen weitgehend frostfrei bleibt.
Modellvergleich und -einschätzung
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Auch die anderen externen Modelle simulieren gleichartige synoptische Felder und
auch im Detail gibt es über Mitteleuropa kaum Abweichungen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Stefan Külzer