DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 27.07.2013 um 10.30 UTC



In der zweiten Wochenhälfte erneut sehr heiß.
__________________________________________________________

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 03.08.2013


Am Dienstag stellt sich durch das nordostwärtige Schwenken des ehemaligen westeuropäischen
Langwellentroges vorübergehend eine Art "Winkelwestlage" ein, denn der recht scharfe Trog
erstreckt sich mittags von der Nordsee in Richtung Rumänien. Der Süden unseres Landes
liegt dabei unter leichtem Hochdruckeinfluss.
Am Mittwoch beginnt die Höhenströmung wieder stärker zu mäandrieren, indem sich im Bereich
der Britischen Inseln ein Rücken aufbaut. Vorderseitig liegt höhenströmungsparallel eine
Warmfront über Deutschland.
Am Donnerstag kräftigt sich der Rücken weiter und rückt zur Nordsee und nach Ostfrankreich
vor. Vorderseitig befindet sich unser Gebiet unter leichtem Hochdruckeinfluss, die
Warmfront bleibt nur wenig wetterwirksam und kommt langsam nach Nordosten voran.
Am Freitag verbleibt der sich weiter aufsteilende Rücken westlich unserer Grenzen; die
Erwärmung macht in Deutschland weitere Fortschritte. Am Rande einer Hochdruckzone stellt
sich eine schwache südöstliche Bodenströmung ein.
Am Samstag verlagert sich der Rücken nach Deutschland; eine von Westen nahende Kaltfront
bleibt noch außerhalb unseres Landes. Somit setzt sich die Sommerhitze fort.

Zum Anfang der Woche deutet sich mit dieser schwachen Kaltfront dann ein
Temperaturrückgang zumindest in der nordwestlichen Hälfte Deutschlands an.
__________________________________________________________

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des heutigen 00 UTC-ECMF-Laufs zum gestrigen von 00 UTC ist bis etwa
Freitag 00 UTC gut, wobei jetzt für diesen Zeitpunkt die 850 hPa-Temperatur um bis zu 5 K
niedriger über Deutschland vorhergesagt wird. Die großräumigen Strukturen stimmen aber
noch gut überein. Am Samstag 00 UTC zeigen sich dann schon größere Differenzen: der Rücken
liegt nach dem heutigen Lauf mit seiner Achse westlich von Deutschland, gestern war er
über Polen prognostiziert worden. Das Bodentief - gestern bei den Britischen Inseln -
liegt heute wesentlich schwächer 10 Grad weiter westlich und das Bodenfeld über unserem
Gebiet ist deutlich stärker antizyklonal geprägt. Entsprechend der Lage des Rückens ist
die wärmste Luft noch westlich von uns zu finden und von der gestern noch angenommenen
Kaltfront über Deutschland in der Nacht zu Samstag ist nichts mehr zu sehen. Auch Sonntag
00 UTC und Montag 00 UTC bleibt der westliche Höhentrog allenfalls über den Britischen
Inseln und rückt nicht nach Mitteleuropa vor, wie gestern noch angenommen. Das bedeutet
mehr antizyklonalen Einfluss und deutlich wärmeres Wetter zum Wochenbeginn als gestern
noch vorhergesagt.
Im Vergleich zum gestrigen 12 UTC-Lauf ist die Konsistenz gut.
__________________________________________________________

Vergleich mit anderen globalen Modellen


GME fährt noch die gestrige Version des ECMFs, die den Langwellentrog zum Wochenende hin
auf den Kontinent übergreifen ließ.
GFS ist dem ECMF deutlich ähnlicher.
__________________________________________________________

Bewertung der Ensemblevorhersagen


Der deterministische Lauf repräsentiert gut das gesamte Ensemble, wenngleich in 500 hPa
die letzten Termine im ENS ein etwas geringeres Geopotential und einen nicht so stark
ausgeprägten mitteleuropäischen Rücken zeigen.
Der 120- bis 168stündige Vorhersagezeitraum wird in fünf Cluster aufgeteilt. Kontrolllauf
und deterministischer Lauf liegen im Cluster 2 (12 Fälle). 168stündig zeigen aber im
Prinzip alle Cluster Deutschland im Bereich eines Rückens. Das Bodendruckfeld ist
ebenfalls in allen Fällen mehr oder weniger leicht antizyklonal geprägt. 192- bis
240stündig gibt es noch vier Cluster, die zumindest im Bodenfeld 240stündig auch über
Deutschland eher antizyklonalen Einfluss nahelegen.
Die Rauchfahne von Offenbach zeigt einen markanten Peak in der 850 hPa-Temperatur in der
kommenden Nacht mit 22 Grad, danach erfolgt ein Abfall bis Dienstag/Mittwoch auf etwa 8
Grad und dann wieder der Anstieg, der am Samstag erneut 21 Grad erreicht. Ab Sonntag
zeigen dann die Wahrscheinlichkeitswerte, dass die Entwicklung dann sehr unsicher ist. Die
niederschlagsfreien Tage - bzw. jene mit allen Ensemblelösungen nahe oder bei null - sind
Donnerstag und Freitag, wenn sich die Hitzewelle aufbaut. Die stärksten
Niederschlagssignale gibt es jetzt von Sonntag auf Montag, wenn die Kaltfront mit
Gewittern die derzeit über Deutschland lagernde extreme Luftmasse verdrängt.
ENS/GFS (40 Member)hat den Rücken am Samstag, 12 UTC schon eher über dem östlichen
Mitteleuropa und im Bodenfeld herrscht eher eine SW- statt eine SE-Strömung wie im ECMF.
_________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


EFI hat Signifikanzsignale bezüglich Windböen; am Montag im Südosten Werte von 0.5 bis 0.6
und am Dienstag in großen Teilen Deutschlands von 0.5 bis über 0.6. Bezüglich Niederschlag
gibt es für Montag ein Signal mit 0.5 bis 0.6 im Osten und Südosten (die
Gewitter-Kaltfront).
________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, EPS.
________________________________________________________


VBZ Offenbach / Dipl. Met. Burkhard Kirsch.

Beliebte Posts aus diesem Blog

FPUS54 KOHX FORECAST SUMNER - INCLUDING THE CITY OF GALLATIN

IDW10100 Western Australia Forecast (Australian Government Bureau of Meteorology)

Special Weather Statement for Gallatin, TN