SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.04.2014 um 10.30 UTC
Zunächst warm mit Gewittern. Zum Ende der kommenden Woche Kaltluftvorstoß aus Norden mit
deutlichem Temperaturrückgang.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 02.05.2014
Am Montag... befindet sich ein Höhentief über Frankreich und steht in Verbindung mit einem
zweiten Höhentiefzentrum bei Italien. Korrespondierend dazu findet sich am Boden über
großen Teilen von Mitteleuropa niedriger Luftdruck. Bei nur geringen Luftdruckgegensätzen
lassen sich dabei mehrere Zentren ausmachen. Große Teile von Deutschland stehen unter dem
Einfluss der davon ausgehenden feuchten Luftmassen. Demgegenüber findet sich ein
abgeschlossenes Gebiet mit hohem Geopotential zwischen Dänemark und den Britischen Inseln,
das leichte Verbindung zu einem atlantischen Höhenkeil aufweist. Der Norden Deutschlands
kann von den Absinkbewegungen ausgehend vom Höhenhoch profitieren.
Am Dienstag... verbleiben große Teile von Europa unter Trogeinfluss. Dabei befindet sich
das eigenständige Höhentief mit seinem Zentrum zwischen Adria und Balkan. Ein weiteres
kleines Höhentiefzentrum ist über dem Nordwesten von Polen zu finden. Das Zentrum des
tiefen Luftdrucks am Boden liegt mit seinem Schwerpunkt über Südosteuropa. Insgesamt
verbleibt damit ein Großteil von Deutschland im Einflussbereich der feuchten Luftmassen.
Die Hauptaktivität der Konvektion wird sich in Verbindung mit dem polnischen Höhentief vor
allem auf den Osten und Teile der Mitte konzentrieren. Über dem Westen und Nordwesten
Deutschland überwiegt weiter Absinken. Ursächlich dafür ist weiter ein Höhenkeil der mit
seiner Achse von Nordwestfrankreich bis nach Dänemark reicht.
Am Mittwoch... wandert der sich abflachende Höhenrücken nach Südosten und hat nur anfangs
noch Einfluss auf den Osten von Deutschland. Die Regie für die weitere Wetterentwicklung
übernimmt stattdessen ein massiver Kaltluftvorstoß über Nordeuropa. Die weit nördlich
verlaufende Frontalzone beginnt stärker zu mäandrieren, sodass sich ein Langwellentrog mit
seiner Achse über Norwegen stärker nach Süden ausweiten kann. Er nimmt dabei Verbindung zu
einem eigenständigen Höhentief westliche von Irland auf. Auch am Boden ist die Zirkulation
allgemein zyklonal geprägt, sodass die feuchten Luftmassen für unbeständiges Wetter in
weiten Teilen von Deutschland sorgen. Die Kaltluft erreicht bis zum Abend Dänemark (0 Grad
Isotherme in 850 hPa).
Der Donnerstag und Freitag... stehen große Teile von Europa unter dem Einfluss des
Langwellentroges, der sich weiter nach Süden ausweitet. Über dem nördlichen Ostatlantik
findet gleichzeitig ein kräftiger Keilvorstoß über Island bis nach Südostgrönland statt.
Damit ergibt sich für Europa eine stark meridional geprägte Wetterlage. Die Haupttrogachse
befindet sich am Donnerstag zunächst noch westlich von Deutschland (positive
Achsenneigung). Am Boden liegt das Haupttief zwischen den Baltischen Staaten und Finnland.
Die davon ausgehende Kaltfront befindet sich am Donnerstag über dem Norden von Deutschland
und kommt am Freitag bis zu den Alpen voran. Dahinter fließt mit einer auch in der Höhe
auf Nord drehenden Strömung massiv Kaltluft polaren Ursprungs ein. Die 0 Grad Isotherme in
850 hPa kommt dabei bis Zentralspanien und Norditalien voran. In Deutschland gehen die 850
hPa Werte am Freitag auf -5 bis 0 Grad zurück.
In der erweiterten Mittelfrist... werden große Teile von Europa weiter von dem weit nach
Süden vorstoßenden Höhentrog beeinflusst. Seine Achse verläuft mit einer positiven Neigung
von Lappland, über Deutschland bis nach Algerien. In Deutschland ist dabei Höhenkaltluft
mit Werten um -35 Grad wirksam und auch in 850 hPa bleiben Mitteleuropa und Deutschland
bis zum Ende des Vorhersagezeitraums im negativen Bereich.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der jüngste Lauf des ECMW ordnet sich zu Beginn der Mittelfrist gut in die Prognosen
seiner Vorläufe ein. Von allen Läufen wird das Abrutschen tiefen Geopotentials über
Frankreich in das Mittelmeer und der Aufbau hohen Geopotentials von den Britischen Inseln
bis nach Norddeutschland vorhergesagt.
Auch die Formierung des Langwellentroges zu Wochenmitte über Skandinavien lässt sich in
allen Vorgängerläufen wiederfinden. Der zeitliche Ablauf des Kaltluftvorstoßes nach Süden
wird ebenfalls ähnlich vorhergesagt, wobei der jüngste Lauf insgesamt etwas schneller ist,
als seine Vorgängerläufe. So soll die 0 Grad Isotherme im neusten Lauf bereits im Laufe
des Freitages den Süden Deutschlands erreichen, während der gestrige Morgenlauf diese noch
über der Mitte beließ. Hauptursache ist, dass der gestrige 00 UTC Lauf einen neuen
kräftigen Trog über dem Ostatlantik und dadurch einen schmaleren Höhenkeil stromab
prognostizierte. Im neusten Lauf ist der Keil über dem Atlantik deutlich breiter
aufgestellt. Mit dem gestrigen Abendlauf besteht hingegen bis zum Ende des
Vorhersagezeitraums eine gute Konsistenz.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die grundlegende Entwicklung zu Beginn der Mittelfrist wird von den verschiedenen
Globalmodellen ähnlich vorhergesagt. Unterschiede ergeben sich aber im Detail. So steht
bei GFS das Höhenhoch über der Nordsee stärker in Verbindung mit dem nordostatlantischen
Keil und ist auch sonst deutlich kräftiger aufgestellt als beim ECMW. Demnach würde das
Wetter am Montag und Dienstag allgemein deutlich freundlicher verlaufen. Auch UKMO ist
deutlich antizyklonaler als ECMW. GME und auch andere Globalmodelle sind hingegen eher auf
der Linie des europäischen Modells.
Der Kaltlufteinbruch zum Ende der kommenden Woche wird von den anderen Globalmodellen
ebenfalls gezeigt. Der zeitliche Ablauf ist dabei recht ähnlich. Es gibt allerdings noch
Unterschiede in der Ausprägung. GFS passt nun deutlich besser zum europäischen Modell, als
noch gestern (GFS zeigte den Kaltlufteinbruch im gestrigen Lauf schon Mitte der kommenden
Woche). Das gilt auch für den weiteren Zeitraum, wo GFS wie ECMW unterkühlt bleibt. GME
zeigt hingegen keine so kräftige Trogrückseite. Demnach würde die Luft eher aus Nordwest
und nicht Nord nach Deutschland strömen und der Kaltlufteinbruch gedämpfter ablaufen. Der
gestrige Abendlauf von JMA ist diesbezüglich noch zurückhaltender. Demnach würde die 0
Grad Isotherme gerade einmal bis zur Mitte vorankommen und anschließend rasch wieder
abgedrängt werden. Das kanadische GEM zeigt hingegen wie ECMW und GFS ebenfalls einen
nachhaltigen Kaltlufteinbruch. Allerdings kommt die Kaltluft im Südosten erst im Laufe des
Samstages an und wäre damit deutlich verzögert.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen von Offenbach zeigen bis zur Mitte der kommenden Woche einen engen Bereich
in dem sich die Mehrzahl der Lösungen bewegt. Haupt- und Kontrolllauf liegen dicht
beieinander und verlaufen dabei im Median. Danach nimmt der Spread zu. Das Ensemble zeigt
im Mittel zwar den Kaltlufteinbruch, allerdings gibt es noch zeitliche Unsicherheiten. So
gibt es Lösungen, die diesen bereits im Laufe des Donnerstages zeigen, aber auch solche,
bei denen er erst am Samstag zuschlägt. Zwar gibt es auch noch einzelne Lösungen, die den
Einbruch nur abgeschwächt zeigen, diese sind aber in der Minderzahl.
Das Clustering des ECMW zeigt für den Zeitraum +120 bis +168 h fünf verschiedene
Möglichkeiten. Diese gehen für Mitteleuropa aber nur im Detail auseinander. Den nach Süden
ausgreifenden Trog zeigen alle Cluster. Am progressivsten ist dabei Cluster 3 (10 Member),
wo der Trog schon in der Nacht auf Donnerstag auf Deutschland übergreift. Cluster 2 (10
Member) zeigt eine ähnliche Entwicklung, allerdings etwas langsamer. Cluster 4 (9 Member)
lässt den Trog über Westeuropa nach Süden ausgreifen, sodass Deutschland bis
einschließlich Freitag noch auf seiner Vorderseite verbleibt. Cluster 5 (8 Member) und
Cluster 1 (14 Member, Haupt- und Kontrolllauf) sind recht ähnlich und zeigen den
Trogvorstoß wie in der Entwicklung oben beschrieben.
Im Zeitraum +192 bis +240 h sind die Bandbreite und damit auch die Unsicherheit mit 6
Clustern (Maximum) noch recht hoch. Die Unterschiede drehen sich dabei hauptsächlich um
die Nachhaltigkeit des Trogeinflusses für Mitteleuropa. Es gibt Lösungen die diesen recht
lange erhalten, teils sogar als eigenständiges Höhentief abkoppeln (High-over-Low), aber
auch solche, bei denen der Trog deutlich abflacht (Westlage). Haupt- und Kontrolllauf
bilden dabei eine Mittellösung.
Die EPSgramme sagen für die kommende Woche einen allmählichen Temperaturrückgang vorher.
Dieser ist für Süddeutschland verzögert. Für München und Stuttgart ist nach einem kurzen
Rückgang am Montag sogar nochmal ein leichter Anstieg bis Donnerstag zu sehen. Der Spread
bei der Temperaturprognose nimmt dabei spätestens ab Donnerstag deutlich zu.
Niederschlagssignale lassen sich an allen Tagen finden, wobei sich ein Höhepunkt für den
kommenden Donnerstag und Freitag abzeichnet.
Bei den GFS-Ensembles werden Montag und Dienstag kommender Woche im Norden häufig trocken
vorhergesagt. Der Kaltlufteinbruch zum Ende der kommenden Woche lässt sich gut
wiederzufinden. Es gibt aber noch einen gewissen Spread mit Lösungen, die nur einen
moderaten Temperaturrückgang und keinen so ausgeprägten Trog zeigen. Der Hauptlauf bewegt
sich mit der Prognose der Fortdauer der Troglage am Unterrand des Ensembles. Es gibt
durchaus einige Lösungen, die bei Geopotential und 850 hPa Temperatur nach dem
Trogeinfluss einen deutlichen Anstieg sehen.
Fazit: Die Leitplanken für die mittelfristige Entwicklung sind gesetzt und liegen in guter
Konsistenz sowohl mit den Vorläufen, als auch modellübergreifend. Leichte Unsicherheiten
bestehen bezüglich der Stärke der Antizyklonalität zu Beginn der kommenden Woche. Der
leicht unbeständige Charakter scheint dabei als wahrscheinlichste Option. Der
Kaltlufteinbruch wirft noch Fragen bezüglich Eintreffen, Stärke und Andauer auf. Ein
stärkerer Kaltluftvorstoß, der Deutschland auch längere Zeit beschäftigen könnte, scheint
in der Zusammenschau als recht wahrscheinlich.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikante Wettergefahren beschränken sich hauptsächlich auf Gewitter. Diese sind oft
verbunden mit markantem Starkregen und Hagel. Eng begrenzt sind aber auch unwetterartige
Entwicklungen möglich. Infolge der recht langsamen Zuggeschwindigkeit geht die Gefahr
diesbezüglich vor allem von Starkregen aus.
Darüber hinaus gibt es keine erhöhten Wahrscheinlichkeiten für andere markante
Wettererscheinungen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMW, ECMW-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marcus Beyer
ausgegeben am Freitag, den 25.04.2014 um 10.30 UTC
Zunächst warm mit Gewittern. Zum Ende der kommenden Woche Kaltluftvorstoß aus Norden mit
deutlichem Temperaturrückgang.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 02.05.2014
Am Montag... befindet sich ein Höhentief über Frankreich und steht in Verbindung mit einem
zweiten Höhentiefzentrum bei Italien. Korrespondierend dazu findet sich am Boden über
großen Teilen von Mitteleuropa niedriger Luftdruck. Bei nur geringen Luftdruckgegensätzen
lassen sich dabei mehrere Zentren ausmachen. Große Teile von Deutschland stehen unter dem
Einfluss der davon ausgehenden feuchten Luftmassen. Demgegenüber findet sich ein
abgeschlossenes Gebiet mit hohem Geopotential zwischen Dänemark und den Britischen Inseln,
das leichte Verbindung zu einem atlantischen Höhenkeil aufweist. Der Norden Deutschlands
kann von den Absinkbewegungen ausgehend vom Höhenhoch profitieren.
Am Dienstag... verbleiben große Teile von Europa unter Trogeinfluss. Dabei befindet sich
das eigenständige Höhentief mit seinem Zentrum zwischen Adria und Balkan. Ein weiteres
kleines Höhentiefzentrum ist über dem Nordwesten von Polen zu finden. Das Zentrum des
tiefen Luftdrucks am Boden liegt mit seinem Schwerpunkt über Südosteuropa. Insgesamt
verbleibt damit ein Großteil von Deutschland im Einflussbereich der feuchten Luftmassen.
Die Hauptaktivität der Konvektion wird sich in Verbindung mit dem polnischen Höhentief vor
allem auf den Osten und Teile der Mitte konzentrieren. Über dem Westen und Nordwesten
Deutschland überwiegt weiter Absinken. Ursächlich dafür ist weiter ein Höhenkeil der mit
seiner Achse von Nordwestfrankreich bis nach Dänemark reicht.
Am Mittwoch... wandert der sich abflachende Höhenrücken nach Südosten und hat nur anfangs
noch Einfluss auf den Osten von Deutschland. Die Regie für die weitere Wetterentwicklung
übernimmt stattdessen ein massiver Kaltluftvorstoß über Nordeuropa. Die weit nördlich
verlaufende Frontalzone beginnt stärker zu mäandrieren, sodass sich ein Langwellentrog mit
seiner Achse über Norwegen stärker nach Süden ausweiten kann. Er nimmt dabei Verbindung zu
einem eigenständigen Höhentief westliche von Irland auf. Auch am Boden ist die Zirkulation
allgemein zyklonal geprägt, sodass die feuchten Luftmassen für unbeständiges Wetter in
weiten Teilen von Deutschland sorgen. Die Kaltluft erreicht bis zum Abend Dänemark (0 Grad
Isotherme in 850 hPa).
Der Donnerstag und Freitag... stehen große Teile von Europa unter dem Einfluss des
Langwellentroges, der sich weiter nach Süden ausweitet. Über dem nördlichen Ostatlantik
findet gleichzeitig ein kräftiger Keilvorstoß über Island bis nach Südostgrönland statt.
Damit ergibt sich für Europa eine stark meridional geprägte Wetterlage. Die Haupttrogachse
befindet sich am Donnerstag zunächst noch westlich von Deutschland (positive
Achsenneigung). Am Boden liegt das Haupttief zwischen den Baltischen Staaten und Finnland.
Die davon ausgehende Kaltfront befindet sich am Donnerstag über dem Norden von Deutschland
und kommt am Freitag bis zu den Alpen voran. Dahinter fließt mit einer auch in der Höhe
auf Nord drehenden Strömung massiv Kaltluft polaren Ursprungs ein. Die 0 Grad Isotherme in
850 hPa kommt dabei bis Zentralspanien und Norditalien voran. In Deutschland gehen die 850
hPa Werte am Freitag auf -5 bis 0 Grad zurück.
In der erweiterten Mittelfrist... werden große Teile von Europa weiter von dem weit nach
Süden vorstoßenden Höhentrog beeinflusst. Seine Achse verläuft mit einer positiven Neigung
von Lappland, über Deutschland bis nach Algerien. In Deutschland ist dabei Höhenkaltluft
mit Werten um -35 Grad wirksam und auch in 850 hPa bleiben Mitteleuropa und Deutschland
bis zum Ende des Vorhersagezeitraums im negativen Bereich.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der jüngste Lauf des ECMW ordnet sich zu Beginn der Mittelfrist gut in die Prognosen
seiner Vorläufe ein. Von allen Läufen wird das Abrutschen tiefen Geopotentials über
Frankreich in das Mittelmeer und der Aufbau hohen Geopotentials von den Britischen Inseln
bis nach Norddeutschland vorhergesagt.
Auch die Formierung des Langwellentroges zu Wochenmitte über Skandinavien lässt sich in
allen Vorgängerläufen wiederfinden. Der zeitliche Ablauf des Kaltluftvorstoßes nach Süden
wird ebenfalls ähnlich vorhergesagt, wobei der jüngste Lauf insgesamt etwas schneller ist,
als seine Vorgängerläufe. So soll die 0 Grad Isotherme im neusten Lauf bereits im Laufe
des Freitages den Süden Deutschlands erreichen, während der gestrige Morgenlauf diese noch
über der Mitte beließ. Hauptursache ist, dass der gestrige 00 UTC Lauf einen neuen
kräftigen Trog über dem Ostatlantik und dadurch einen schmaleren Höhenkeil stromab
prognostizierte. Im neusten Lauf ist der Keil über dem Atlantik deutlich breiter
aufgestellt. Mit dem gestrigen Abendlauf besteht hingegen bis zum Ende des
Vorhersagezeitraums eine gute Konsistenz.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die grundlegende Entwicklung zu Beginn der Mittelfrist wird von den verschiedenen
Globalmodellen ähnlich vorhergesagt. Unterschiede ergeben sich aber im Detail. So steht
bei GFS das Höhenhoch über der Nordsee stärker in Verbindung mit dem nordostatlantischen
Keil und ist auch sonst deutlich kräftiger aufgestellt als beim ECMW. Demnach würde das
Wetter am Montag und Dienstag allgemein deutlich freundlicher verlaufen. Auch UKMO ist
deutlich antizyklonaler als ECMW. GME und auch andere Globalmodelle sind hingegen eher auf
der Linie des europäischen Modells.
Der Kaltlufteinbruch zum Ende der kommenden Woche wird von den anderen Globalmodellen
ebenfalls gezeigt. Der zeitliche Ablauf ist dabei recht ähnlich. Es gibt allerdings noch
Unterschiede in der Ausprägung. GFS passt nun deutlich besser zum europäischen Modell, als
noch gestern (GFS zeigte den Kaltlufteinbruch im gestrigen Lauf schon Mitte der kommenden
Woche). Das gilt auch für den weiteren Zeitraum, wo GFS wie ECMW unterkühlt bleibt. GME
zeigt hingegen keine so kräftige Trogrückseite. Demnach würde die Luft eher aus Nordwest
und nicht Nord nach Deutschland strömen und der Kaltlufteinbruch gedämpfter ablaufen. Der
gestrige Abendlauf von JMA ist diesbezüglich noch zurückhaltender. Demnach würde die 0
Grad Isotherme gerade einmal bis zur Mitte vorankommen und anschließend rasch wieder
abgedrängt werden. Das kanadische GEM zeigt hingegen wie ECMW und GFS ebenfalls einen
nachhaltigen Kaltlufteinbruch. Allerdings kommt die Kaltluft im Südosten erst im Laufe des
Samstages an und wäre damit deutlich verzögert.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen von Offenbach zeigen bis zur Mitte der kommenden Woche einen engen Bereich
in dem sich die Mehrzahl der Lösungen bewegt. Haupt- und Kontrolllauf liegen dicht
beieinander und verlaufen dabei im Median. Danach nimmt der Spread zu. Das Ensemble zeigt
im Mittel zwar den Kaltlufteinbruch, allerdings gibt es noch zeitliche Unsicherheiten. So
gibt es Lösungen, die diesen bereits im Laufe des Donnerstages zeigen, aber auch solche,
bei denen er erst am Samstag zuschlägt. Zwar gibt es auch noch einzelne Lösungen, die den
Einbruch nur abgeschwächt zeigen, diese sind aber in der Minderzahl.
Das Clustering des ECMW zeigt für den Zeitraum +120 bis +168 h fünf verschiedene
Möglichkeiten. Diese gehen für Mitteleuropa aber nur im Detail auseinander. Den nach Süden
ausgreifenden Trog zeigen alle Cluster. Am progressivsten ist dabei Cluster 3 (10 Member),
wo der Trog schon in der Nacht auf Donnerstag auf Deutschland übergreift. Cluster 2 (10
Member) zeigt eine ähnliche Entwicklung, allerdings etwas langsamer. Cluster 4 (9 Member)
lässt den Trog über Westeuropa nach Süden ausgreifen, sodass Deutschland bis
einschließlich Freitag noch auf seiner Vorderseite verbleibt. Cluster 5 (8 Member) und
Cluster 1 (14 Member, Haupt- und Kontrolllauf) sind recht ähnlich und zeigen den
Trogvorstoß wie in der Entwicklung oben beschrieben.
Im Zeitraum +192 bis +240 h sind die Bandbreite und damit auch die Unsicherheit mit 6
Clustern (Maximum) noch recht hoch. Die Unterschiede drehen sich dabei hauptsächlich um
die Nachhaltigkeit des Trogeinflusses für Mitteleuropa. Es gibt Lösungen die diesen recht
lange erhalten, teils sogar als eigenständiges Höhentief abkoppeln (High-over-Low), aber
auch solche, bei denen der Trog deutlich abflacht (Westlage). Haupt- und Kontrolllauf
bilden dabei eine Mittellösung.
Die EPSgramme sagen für die kommende Woche einen allmählichen Temperaturrückgang vorher.
Dieser ist für Süddeutschland verzögert. Für München und Stuttgart ist nach einem kurzen
Rückgang am Montag sogar nochmal ein leichter Anstieg bis Donnerstag zu sehen. Der Spread
bei der Temperaturprognose nimmt dabei spätestens ab Donnerstag deutlich zu.
Niederschlagssignale lassen sich an allen Tagen finden, wobei sich ein Höhepunkt für den
kommenden Donnerstag und Freitag abzeichnet.
Bei den GFS-Ensembles werden Montag und Dienstag kommender Woche im Norden häufig trocken
vorhergesagt. Der Kaltlufteinbruch zum Ende der kommenden Woche lässt sich gut
wiederzufinden. Es gibt aber noch einen gewissen Spread mit Lösungen, die nur einen
moderaten Temperaturrückgang und keinen so ausgeprägten Trog zeigen. Der Hauptlauf bewegt
sich mit der Prognose der Fortdauer der Troglage am Unterrand des Ensembles. Es gibt
durchaus einige Lösungen, die bei Geopotential und 850 hPa Temperatur nach dem
Trogeinfluss einen deutlichen Anstieg sehen.
Fazit: Die Leitplanken für die mittelfristige Entwicklung sind gesetzt und liegen in guter
Konsistenz sowohl mit den Vorläufen, als auch modellübergreifend. Leichte Unsicherheiten
bestehen bezüglich der Stärke der Antizyklonalität zu Beginn der kommenden Woche. Der
leicht unbeständige Charakter scheint dabei als wahrscheinlichste Option. Der
Kaltlufteinbruch wirft noch Fragen bezüglich Eintreffen, Stärke und Andauer auf. Ein
stärkerer Kaltluftvorstoß, der Deutschland auch längere Zeit beschäftigen könnte, scheint
in der Zusammenschau als recht wahrscheinlich.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikante Wettergefahren beschränken sich hauptsächlich auf Gewitter. Diese sind oft
verbunden mit markantem Starkregen und Hagel. Eng begrenzt sind aber auch unwetterartige
Entwicklungen möglich. Infolge der recht langsamen Zuggeschwindigkeit geht die Gefahr
diesbezüglich vor allem von Starkregen aus.
Darüber hinaus gibt es keine erhöhten Wahrscheinlichkeiten für andere markante
Wettererscheinungen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMW, ECMW-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marcus Beyer