SXDL33 DWAV 1030UTC DWD Synoptische Uebersicht MITTELFRIST

S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 24.04.2014 um 10.30 UTC



Zunächst mild aber wechselhaft mit Gewittern, im weiteren Verlauf kälter und weiter
unbeständig.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 01.05.2014


Am Sonntag... befinden sich große Teile von West- und Mitteleuropa unter dem Einfluss
eines Troges. Sein Steuerzentrum befindet sich mit einem eigenständigen Höhentief bei den
Britischen Inseln und erstreckt sich weiter in südöstliche Richtung bis in das Ionische
Meer, wo sich ein zweites Höhentiefzentrum liegt. Deutschland verbleibt dabei auf der
Vorderseite des Troges im Einflussbereich von warmen (T850: 5 bis 8 Grad) und feuchten
(Td2m: 10 bis 14 Grad) Luftmassen. Am Boden befindet sich ein Tief achsensenkrecht bei den
Britischen Inseln und erstreckt sich trogartig über Deutschland. Die damit in Verbindung
stehenden konvergenten Strukturen werden der Hauptausgangspunkt für die Gewitteraktivität
sein. Der Südwesten des Landes liegt dabei am nächsten an den frontalen Strukturen der
Tiefdruckrinne, sodass dort auch skalige Niederschläge auftreten.

Zwischen Dänemark und den Shetland Inseln befindet sich ein eigenständiges Höhenhoch. Im
Laufe der Nacht auf Montag rutscht das Britische Höhentief nach Frankreich ab, sodass sich
das Höhenhoch mit einem ostatlantischen Hochkeil verbindet



Am Montag... liegt der Höhentiefkomplex mit seinem Zentrum über den Golf von Genua.
Gleichzeitig erstreckt sich der Höhenkeil mit Zentrum über der Nordsee bis zum Baltikum.
Während die Nordhälfte von Deutschland im Einflussbereich dieses Höhenkeils unter Absinken
liegt, wird die Südhälfte von feuchten Luftmassen ausgehend vom Höhentiefkomplex
beeinflusst. Am Boden stellt sich dabei eine östliche Bodenströmung ein, wobei weiter
milde Luftmassen wetterwirksam sind (T850: 3 bis 7 Grad)

Am Dienstag... befindet sich das Zentrum des Höhentiefs zwischen Thyrrenischem Meer und
Adria. Zudem lässt sich ein kleines Höhentiefzentrum über dem Osten von Deutschland
ausmachen. Am Boden findet sich korrespondierend dazu tiefer Luftdruck zwischen dem
Zentralen Mittelmeer bis nach Polen. Die davon ausgehenden feuchten Luftmassen
beeinflussen den Süden und Osten des Landes. Der Westen und Norden profitiert hingegen
weiterhin von einem Höhenkeil, der sich allerdings zunehmend abschwächt. Verantwortlich
dafür ist ein neues Höhentief, das sich noch westlich von Irland befindet.

Am Mittwoch und Donnerstag... verlagert sich das Mittelmeerhöhentief weiter ostwärts über
den Balkan bis zur Ukraine. Das zweite Höhentief wandert nur langsam weiter bis zur
Bretagne. Beide Höhentiefs stehen in Verbindung zueinander und induzieren auch in
Bodennähe für tiefen Luftdruck, wobei die Luftdruckgegensätze nur gering sind. Die
feuchten Luftmassen sorgen für einen wechselhaften Wettercharakter. Zudem amplifiziert
sich ein Langwellentrog über Nordeuropa und greift zum Donnerstag weiter südwärts aus. Die
Kaltfront des korrespondierenden Bodentiefs erreicht im Tagesverlauf den Norden von
Deutschland.

In der erweiterten Mittelfrist... übernimmt der nordeuropäische Langwellentrog die Regie
über die Entwicklung in Mitteleuropa und Deutschland. Auf dem Ostatlantik greift ein
Höhenkeil weit nach Norden bis zur Südspitze von Grönland aus und sorgt für den Aufbau
eines blockierenden Hochs östlich von Island. Demgegenüber weitet sich der Trog nach Süden
aus mit einem eigenen Zentrum bei Italien. Insgesamt ergibt sich damit eine stark
meridional geprägte Großwetterlage. Nach Deutschland fließen damit kalte Luftmassen aus
Norden kommend ein. So sollen die 850 hPa Temperaturen zum übernächsten Wochenende nur
noch zwischen -6 und 0 Grad liegen.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die grundlegende Entwicklung der Großwetterlage wird von den Vorgängerläufen nur zu Beginn
ähnlich prognostiziert. So wird von allen Läufen ein Abrutschen des Höhentiefs von den
Britischen Inseln über Frankreich bis ins Mittelmeer vorhergesagt. Allerdings bestehen
Unterschiede über die Art und Weise. So zeigen die beiden Vorgängerläufe kein komplettes
Abkoppeln des Höhentiefs von der Frontalzone. Vielmehr verbleibt ein Teil des
Trogkomplexes bei den Britischen Inseln und verhindert damit den Aufbau von hohem
Geopotential, wie es vom jüngsten ECMW-Lauf vorhergesagt wird. Entsprechend wäre die
Entwicklung des Wettergeschehens in der Nordhälfte Deutschlands in den Vorgängerläufen
deutlich zyklonaler geprägt, als im jüngsten Lauf.

Vor allem der gestrige Morgenlauf verlagerte im weiteren Verlauf den westeuropäischen
Trogkomplex bis nach Deutschland. Ein von Nordeuropa ausgehender Trog angereichert mit
Kaltluft, die im weiteren Verlauf auch Deutschland fluten soll, wird nicht vorhergesagt.
Stattdessen würde Deutschland eher in einer westlichen Anströmung mit mäßig warmen
Luftmassen verbleiben. Der gestrige Abendlauf ist diesbezüglich schon eher in
Übereinstimmung mit dem jüngsten Lauf. Auch dort werden der Aufbau einer stark
meridionalen Höhenströmung und der Vorstoß von kalten Luftmassen aus nördlicher Richtung
vorhergesagt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Das deutsche Modell ist sehr ähnlich in der Entwicklung zu Beginn der Mittelfrist. So wird
ebenfalls der Aufbau hohen Geopotentials rückseitig des nach Süden abrutschenden Höhentief
prognostiziert. Diese Version wird auch von UKMO und GEM gestützt. Der gestrige Abendlauf
des JMA und auch der neueste GFS-Lauf liegen hingegen eher auf der Linie der älteren
ECMW-Läufe, wonach nicht der gesamte Trog abrutschen soll und somit der Aufbau von hohem
Geopotential nur abgeschwächt oder gar nicht stattfinden kann.

Im weiteren Verlauf ergeben sich dann größere Unterschiede zwischen den verschiedenen
Globalmodellen. GME zeigt zur Mitte der kommenden Woche einen Trog über Westeuropa, sodass
Deutschland in eine südwestliche Strömung mit milden Luftmassen gelangt. GFS zeigt
hingegen die Ausweitung eines Troges von Skandinavien kommend nach Süden. Damit sind die
Amerikaner ähnlich dem ECMW, allerdings deutlich früher. So soll bereits in der Nacht auf
Donnerstag die -5 Grad Isotherme in den Norden einfließen, während beim ECMW zu diesem
Zeitpunkt noch nicht einmal die 0 Grad Isotherme da ist. Auch GEM zeigt diese Entwicklung
mit etwas zeitlicher Verzögerung. Die Kaltluft fließt demnach in der Nacht auf Freitag
nach Deutschland ein. Damit ist das kanadische Modell recht ähnlich zu den Europäern. Bei
JMA lässt sich die Entwicklung einer Nord-/Nordwestlage nicht finden.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen von Offenbach zeigen den Höhepunkt der Niederschlagsaktivität zwischen
Sonntag und Montag. Für Dienstag und Mittwoch zeigen Haupt- und Kontrolllauf keine Signale
mehr, es gibt aber durchaus einige Ensemblemember die weiterhin Niederschlag
prognostizieren. Bei der 850 hPa verharrt der Median bei etwa 5 Grad, ehe sich danach ein
deutlicher Abwärtstrend erkennen lässt. Allerdings ist die Schwankungsbreite dann schon
erheblich.

Das Clustering des ECMW bietet für den Zeitraum +120 bis +168 h insgesamt 5 Lösung was die
Unsicherheit in der mittelfristigen Entwicklung unterstreicht. Die verschiedenen Lösungen
unterscheiden sich allgemein in der Positionierung des Troges. So gibt es die Option eines
schneller nach Süden ausgreifenden nordeuropäischen Troges, wie es beispielsweise GFS
zeigt. Es gibt aber auch die Option, dass sich dieser Trog gar nicht entwickelt (wie bei
JMA) oder westlich von uns positioniert (wie bei GME). Das Clustering deckt also die
komplette Bandbreite ab, die sich auch in den Lösungen der Globalmodelle finden.
Im Zeitraum +192 bis +240 h werden dann nur noch zwei Möglichkeiten angeboten. Variante 1
zeigt einen verstärkten Einfluss der Frontalzone mit nur kurzen antizyklonalen Einschüben
(dort sind auch Haupt- und Kontrolllauf eingebettet). Variante 2 zeigt nach dem ostwärts
abziehenden und stärker als bei Variante 1 gerechneten Langwellentroges, den Aufbau eines
breiten Rückens und damit einen stärker antizyklonalen Einfluss.

Die Epsgramme des ECMW zeigen durchgehend Niederschlagssignale. Zudem ist bei den
Temperaturen ein Rückgang zu erkennen, der zunächst im Norden einsetzt und im weiteren
Verlauf in den südlicher gelegenen Gebieten wirksam wird. Dabei lässt sich erkennen, dass
der Temperaturrückgang im Norden deutlich stärker ausgeprägt ist, als im Süden des Landes,
was dafür spricht, dass der Trog für den Süden nur abgeschwächt wirksam ist.

Das Ensemble des GFS zeigt zur Wochenmitte der kommenden Woche eine deutliche Zunahme des
Spreads. Der Hauptlauf ist dabei besonders aggressiv, was den Trog betrifft. So bewegt
sich die prognostizierte 850 hPa Temperatur am Unterrand des Ensembles. Auch danach,
verläuft der Hauptlauf abseits des Mittels und ist daher eher mit Vorsicht zu genießen.
Der Trog im Laufe der kommenden Woche wird aber durchaus von der Mehrzahl der Member
gezeigt, wobei sich Frage nach dem zeitlichen Eintreffen stellt. Es gibt Lösungen die ein
Übergreifen nochmal eher als der Hauptlauf zeigen, aber auch welche, wo es später
berechnet wird. Nach dem Trogeinfluss ist insgesamt ein leichter Anstieg des Geopotentials
zu erkennen.

Fazit: Die ersten Unsicherheiten ergeben sich bereits zu Beginn der neuen Woche, wobei die
Variante mit dem vorübergehenden Aufbau hohen Geopotentials und damit dem antizyklonaleren
Einfluss für die Nordhälfte Deutschlands als wahrscheinlicher einzuschätzen ist. Die
zweite Unsicherheit betrifft Stärke, Ausprägung und den zeitlichen Ablauf des
Trogvorstoßes im Laufe der kommenden Woche. Die aggressive Variante von GFS ist dabei als
genauso unsicher einzuschätzen, wie die Trogvorderseitenvariante des GME. Am
wahrscheinlichsten ist ein Mittellösung, also einem verstärkten Trogeinfluss bei
zurückgehenden Temperaturen.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Zu Beginn der Mittelfrist gehen die Wettergefahren vornehmlich von Gewittern aus, die
vielfach markant durch Starkregen und Hagel sein können. Zum Teil sind aber auch
unwetterartige Entwicklungen möglich. Der Wind spielt aufgrund der geringen Höhenwinde
eine eher untergeordnete Rolle, während Starkregen aufgrund der langsamen
Zuggeschwindigkeit die Hauptgefahr darstellt.

Mitte der kommenden Woche gibt es zudem Signale für Dauerregen in Südbayern. Dies wird vor
allem von GFS und ansatzweise auch von der deutschen Modellkette gebracht.

Darüber hinaus werden keine markanten Wettergefahren vorhergesagt.

EFI zeigt leichte Signale für außergewöhnlich warmes Wetter in der Nordhälfte zum
kommenden Wochenende
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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMW-EPS, Mos-MIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marcus Beyer

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