SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 260800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 26.07.2014 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
HNF z
Kräftige Gewitter mit Unwetterpotential vor allem durch Starkregen. Gebietsweise
auch Starkregen.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Samstag... früh hält sich vor allem im Norden gebietsweise Nebel, der sich aber
am Vormittag aber auflöst. Die Schauer und einzelnen Gewitter am Morgen über dem
Norden und der örtliche Regen über dem Süden deuten schon die
Niederschlagsschwerpunkte für den Tagesverlauf an, da die teilweise schwülwarme
und instabil geschichtete Luftmasse bei uns wetterbestimmend bleibt.
Unter dem Höhentief, welches in einem Bogen von Norddeutschland nach
Nordostfrankreich reicht, wird über dem Norden und Osten die meiste Labilität
simuliert, teilweise über 1500 J/kg. Über dem Süden werden zwar nicht ganz so
hohe CAPE Werte berechnet, dort wirkt aber Hebung, vor dem sich abspaltenden
Höhentief, welches in der Folge bis zum Sonntag mit seinem Kern Richtung
Mittelitalien wandert.
Am Boden haben wir es mit einer flachen Tiefdruckzone zu tun, wobei sich im
Tagesverlauf ein Zentrum über dem Nordwesten und eines über dem Süden
herauskristallisiert. Durch das Höhentief, aber auch mit Unterstützung der
bodennahen Konvergenz bilden, bzw. verstärken sich demnach wieder im weiteren
Verlauf die Schauer und Gewitter. Bei schwacher Oberströmung muss wieder mit
Starkregen bis in den Unwetterbereich gerechnet werden, aber auch Hagel bis 2 cm
Korngröße und Sturmböen sind möglich. Im Süden fällt teilweise auch
schauerartiger Regen.
In den Gebieten dazwischen ist die Gewitterneigung etwas geringer, wenn auch
nicht gleich null. Am wenigsten soll den Modellen zu Folge in den östlichen
Landesteilen passieren, da dort etwas trockenere Luft eingeflossen ist und die
Labilität am stärksten gedeckelt ist. Dort und über der Mitte gibt es aber mit
der Einstrahlung die kräftigste Aufheizung, was wiederum für Gewitter spräche,
die sich von den Bergländern ausgehend dort ausbreiten können.
In der Nacht zum Sonntag reißt das Höhentief über Mitteleuropa auseinander. Ein
Teil verlagert sich über Dänemark nach Norden und wird von einem weiteren Trog
über den Britischen Inseln eingefangen und als Randtrog nach Norden geführt, der
anderen Teil zieht über die Alpen nach Südosten. Dabei lassen die Schauer und
Gewitter meist nach, auch wenn das gebietsweise länger dauern kann. Im Norden,
vor allem aber im Süden, an der Nordostflanke des Höhentiefs über dem Alpenraum,
kommt es zu weiteren Schauern und Gewittern, wobei es sich im Süden eher um
teils heftigen Starkregen handeln dürfte, der von einzelnen Gewittern begleitet
wird. Dort werden auch große Mengen im 6 Stunden Zeitraum gebracht. Die
deutschen Modelle legen mit teilweise über 50 mm (Cosmo EU) vor, die Externen
simulieren deutlich weniger. Dazwischen bildet sich gebietsweise wieder teils
dichter Nebel.
Sonntag... entfernt sich das Höhentief über Italien weiter von uns und verliert
seinen Einfluss auf unser Wettergeschehen. Interessanter ist da schon der Trog
über Nordwesteuropa, in dem sich ein Abtropfprozess vollzieht. Das entstehende
Höhentief liegt zum Tagesende in der Gegend nordwestliche Nordsee/Schottland.
Wir liegen an der Vorderseite in einer südlichen bis südwestlichen
Höhenströmung. Der Gradient am Boden gibt nicht viel her, wir liegen dabei
weiter am Rand/bzw. im Bereich einer Tiefdruckrinne, die von der Nordsee über
die nördlichen und östlichen Landesteile nach Südosten verläuft. In die Rinne
sind kleinräumige Tiefzentren eingelagert, die die Hebungsvorgänge maßgeblich
auf sich ziehen können. Die Luft über uns bleibt weiter warm und potentiell
instabil geschichtet, die labilste Luft lagert dabei im Bereich der Rinne am
Boden über dem Nordosten und Osten.
Aus der Nacht heraus kann es zunächst im Süden noch teilweise gewittrigen
Starkregen geben, im Tagesverlauf dürfte sich dann die Gewitteraktivität auf die
Osthälfte konzentrieren, wo zum Hebungsantrieb auf der Trogvorderseite noch das
am Boden konvergente Windfeld hinzukommt. Der Wassergehalt der Luftmasse steigt
im Osten wieder an auf teilweise um 40 mm (C EU). Damit ist der Nährboden
gegeben für erneut teilweise heftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotential,
vor allem durch Starkregen, aber nicht nur. Es sind auch größerer Hagel und
Sturmböen möglich. Auch im Nordwesten ist ein Schwerpunkt der Gewitter zu
finden, zurückzuführen auf die Annäherung des Troges dort. In den anderen
Gebieten wird weniger simuliert, was aber nicht heißt, das gar nichts in Sachen
Gewitter passiert. Im Westen und Südwesten sind Gewitter seltener, einzelne,
wenn auch weniger intensive, Gewitter sind aber dennoch möglich.
In der Nacht zum Montag verlagert sich das Höhentief von Schottland nach
Südostengland. Auf der Vorderseite dreht die Strömung auf Süd zurück und es
werden in der Osthälfte weiterhin kräftige Hebung und demzufolge auch Schauer
und Gewitter simuliert. Dabei werden von C-EU wiederum exorbitante Regenmengen
in einem Streifen von Sachsen bis Mecklenburg ins Spiel gebracht. Diese gehen
wohl auch auf die Konvergenzzone am Boden zurück, die C EU in diesem Bereich
noch simuliert. Die anderen Modelle zeigen das nicht und haben bis in den
äußersten Osten eine schwache nordwestliche bis westliche Strömung im Programm.
Auch im Westen flammt in der Nacht erneut die Schauer- und Gewittertätigkeit
wieder auf. Grund ist die Trognähe und die von Westen nahende Kaltfront, der
rückseitig etwas kältere Luft folgt.
Montag... verlagert sich das Höhentief im Bereich des Troges weiter nach Süden
und erreicht in der Nacht zum Dienstag Südostfrankreich. Die Höhenströmung dreht
dabei weiter von südlichen auf südöstliche bis östliche Richtungen, wobei sich
über dem Norden eine Zone mit relativ hohem Geopotential bildet. Im
Bodendruckfeld bildet sich über dem Südosten wieder ein flaches Tief, wodurch
neben der drehender Höhenströmung, auch die Windrichtung am Boden wieder auf
östliche Richtungen dreht oder zumindest eine östliche Komponente bekommt. Die
Kaltfront, die am Morgen in den äußersten Westen eingedrungen ist, kommt damit
auch entgegen gestriger Prognosen, nicht weiter nach Osten voran und wird später
sogar wieder rückläufig. Die schwülwarme und teilweise sehr instabile und
feuchte Luft (PPW im Osten 40 mm) bleibt damit für den größten Teil des Landes
wetterbestimmend.
Die Schwerpunkte der Gewitter werden dabei von den Modellen unterschiedlich
positioniert. Neben dem Osten im Bereich des Bodentiefs tritt auch der Westen
und Südwesten mit der Kaltfront und der Passage des Höhentiefs hervor. Dort sind
bei Gewittern, bzw. im Südwesten bei gewittrigem Starkregen wieder teilweise
Unwetter möglich, vor allem durch Starkregen, aber auch durch Hagel und
Sturmböen.
Die Gewitter bleiben auch in der Nacht zum Dienstag aktiv, vor allem über der
Mitte und dem Süden, während ganz im Norden zumindest eine Wetterberuhigung
Richtung Küste auszumachen ist. Gebietsweise bildet sich in der feuchten Luft
auch wieder dichter Nebel.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die Andauer der Gewitterlage mit Unwettergefahr über den gesamten
Kurzfristzeitraum (bis hinein in die Mittelfrist) ist unstrittig. Die
Schwerpunkte der Gewitteraktivität werden von den Modellen immer - mehr oder
weniger stark - räumlich und zeitlich anders gesetzt. Was die Warnungen angeht,
muss wie bei solchen Lagen immer, im Nowcasting gearbeitet werden. Auch der
Starkregen im Süden in der kommenden Nacht wird noch sehr unterschiedlich
positioniert, so dass mit eventuellen Warnungen gewartet werden muss.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 26.07.2014 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
HNF z
Kräftige Gewitter mit Unwetterpotential vor allem durch Starkregen. Gebietsweise
auch Starkregen.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
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Samstag... früh hält sich vor allem im Norden gebietsweise Nebel, der sich aber
am Vormittag aber auflöst. Die Schauer und einzelnen Gewitter am Morgen über dem
Norden und der örtliche Regen über dem Süden deuten schon die
Niederschlagsschwerpunkte für den Tagesverlauf an, da die teilweise schwülwarme
und instabil geschichtete Luftmasse bei uns wetterbestimmend bleibt.
Unter dem Höhentief, welches in einem Bogen von Norddeutschland nach
Nordostfrankreich reicht, wird über dem Norden und Osten die meiste Labilität
simuliert, teilweise über 1500 J/kg. Über dem Süden werden zwar nicht ganz so
hohe CAPE Werte berechnet, dort wirkt aber Hebung, vor dem sich abspaltenden
Höhentief, welches in der Folge bis zum Sonntag mit seinem Kern Richtung
Mittelitalien wandert.
Am Boden haben wir es mit einer flachen Tiefdruckzone zu tun, wobei sich im
Tagesverlauf ein Zentrum über dem Nordwesten und eines über dem Süden
herauskristallisiert. Durch das Höhentief, aber auch mit Unterstützung der
bodennahen Konvergenz bilden, bzw. verstärken sich demnach wieder im weiteren
Verlauf die Schauer und Gewitter. Bei schwacher Oberströmung muss wieder mit
Starkregen bis in den Unwetterbereich gerechnet werden, aber auch Hagel bis 2 cm
Korngröße und Sturmböen sind möglich. Im Süden fällt teilweise auch
schauerartiger Regen.
In den Gebieten dazwischen ist die Gewitterneigung etwas geringer, wenn auch
nicht gleich null. Am wenigsten soll den Modellen zu Folge in den östlichen
Landesteilen passieren, da dort etwas trockenere Luft eingeflossen ist und die
Labilität am stärksten gedeckelt ist. Dort und über der Mitte gibt es aber mit
der Einstrahlung die kräftigste Aufheizung, was wiederum für Gewitter spräche,
die sich von den Bergländern ausgehend dort ausbreiten können.
In der Nacht zum Sonntag reißt das Höhentief über Mitteleuropa auseinander. Ein
Teil verlagert sich über Dänemark nach Norden und wird von einem weiteren Trog
über den Britischen Inseln eingefangen und als Randtrog nach Norden geführt, der
anderen Teil zieht über die Alpen nach Südosten. Dabei lassen die Schauer und
Gewitter meist nach, auch wenn das gebietsweise länger dauern kann. Im Norden,
vor allem aber im Süden, an der Nordostflanke des Höhentiefs über dem Alpenraum,
kommt es zu weiteren Schauern und Gewittern, wobei es sich im Süden eher um
teils heftigen Starkregen handeln dürfte, der von einzelnen Gewittern begleitet
wird. Dort werden auch große Mengen im 6 Stunden Zeitraum gebracht. Die
deutschen Modelle legen mit teilweise über 50 mm (Cosmo EU) vor, die Externen
simulieren deutlich weniger. Dazwischen bildet sich gebietsweise wieder teils
dichter Nebel.
Sonntag... entfernt sich das Höhentief über Italien weiter von uns und verliert
seinen Einfluss auf unser Wettergeschehen. Interessanter ist da schon der Trog
über Nordwesteuropa, in dem sich ein Abtropfprozess vollzieht. Das entstehende
Höhentief liegt zum Tagesende in der Gegend nordwestliche Nordsee/Schottland.
Wir liegen an der Vorderseite in einer südlichen bis südwestlichen
Höhenströmung. Der Gradient am Boden gibt nicht viel her, wir liegen dabei
weiter am Rand/bzw. im Bereich einer Tiefdruckrinne, die von der Nordsee über
die nördlichen und östlichen Landesteile nach Südosten verläuft. In die Rinne
sind kleinräumige Tiefzentren eingelagert, die die Hebungsvorgänge maßgeblich
auf sich ziehen können. Die Luft über uns bleibt weiter warm und potentiell
instabil geschichtet, die labilste Luft lagert dabei im Bereich der Rinne am
Boden über dem Nordosten und Osten.
Aus der Nacht heraus kann es zunächst im Süden noch teilweise gewittrigen
Starkregen geben, im Tagesverlauf dürfte sich dann die Gewitteraktivität auf die
Osthälfte konzentrieren, wo zum Hebungsantrieb auf der Trogvorderseite noch das
am Boden konvergente Windfeld hinzukommt. Der Wassergehalt der Luftmasse steigt
im Osten wieder an auf teilweise um 40 mm (C EU). Damit ist der Nährboden
gegeben für erneut teilweise heftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotential,
vor allem durch Starkregen, aber nicht nur. Es sind auch größerer Hagel und
Sturmböen möglich. Auch im Nordwesten ist ein Schwerpunkt der Gewitter zu
finden, zurückzuführen auf die Annäherung des Troges dort. In den anderen
Gebieten wird weniger simuliert, was aber nicht heißt, das gar nichts in Sachen
Gewitter passiert. Im Westen und Südwesten sind Gewitter seltener, einzelne,
wenn auch weniger intensive, Gewitter sind aber dennoch möglich.
In der Nacht zum Montag verlagert sich das Höhentief von Schottland nach
Südostengland. Auf der Vorderseite dreht die Strömung auf Süd zurück und es
werden in der Osthälfte weiterhin kräftige Hebung und demzufolge auch Schauer
und Gewitter simuliert. Dabei werden von C-EU wiederum exorbitante Regenmengen
in einem Streifen von Sachsen bis Mecklenburg ins Spiel gebracht. Diese gehen
wohl auch auf die Konvergenzzone am Boden zurück, die C EU in diesem Bereich
noch simuliert. Die anderen Modelle zeigen das nicht und haben bis in den
äußersten Osten eine schwache nordwestliche bis westliche Strömung im Programm.
Auch im Westen flammt in der Nacht erneut die Schauer- und Gewittertätigkeit
wieder auf. Grund ist die Trognähe und die von Westen nahende Kaltfront, der
rückseitig etwas kältere Luft folgt.
Montag... verlagert sich das Höhentief im Bereich des Troges weiter nach Süden
und erreicht in der Nacht zum Dienstag Südostfrankreich. Die Höhenströmung dreht
dabei weiter von südlichen auf südöstliche bis östliche Richtungen, wobei sich
über dem Norden eine Zone mit relativ hohem Geopotential bildet. Im
Bodendruckfeld bildet sich über dem Südosten wieder ein flaches Tief, wodurch
neben der drehender Höhenströmung, auch die Windrichtung am Boden wieder auf
östliche Richtungen dreht oder zumindest eine östliche Komponente bekommt. Die
Kaltfront, die am Morgen in den äußersten Westen eingedrungen ist, kommt damit
auch entgegen gestriger Prognosen, nicht weiter nach Osten voran und wird später
sogar wieder rückläufig. Die schwülwarme und teilweise sehr instabile und
feuchte Luft (PPW im Osten 40 mm) bleibt damit für den größten Teil des Landes
wetterbestimmend.
Die Schwerpunkte der Gewitter werden dabei von den Modellen unterschiedlich
positioniert. Neben dem Osten im Bereich des Bodentiefs tritt auch der Westen
und Südwesten mit der Kaltfront und der Passage des Höhentiefs hervor. Dort sind
bei Gewittern, bzw. im Südwesten bei gewittrigem Starkregen wieder teilweise
Unwetter möglich, vor allem durch Starkregen, aber auch durch Hagel und
Sturmböen.
Die Gewitter bleiben auch in der Nacht zum Dienstag aktiv, vor allem über der
Mitte und dem Süden, während ganz im Norden zumindest eine Wetterberuhigung
Richtung Küste auszumachen ist. Gebietsweise bildet sich in der feuchten Luft
auch wieder dichter Nebel.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Die Andauer der Gewitterlage mit Unwettergefahr über den gesamten
Kurzfristzeitraum (bis hinein in die Mittelfrist) ist unstrittig. Die
Schwerpunkte der Gewitteraktivität werden von den Modellen immer - mehr oder
weniger stark - räumlich und zeitlich anders gesetzt. Was die Warnungen angeht,
muss wie bei solchen Lagen immer, im Nowcasting gearbeitet werden. Auch der
Starkregen im Süden in der kommenden Nacht wird noch sehr unterschiedlich
positioniert, so dass mit eventuellen Warnungen gewartet werden muss.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner