SXDL31 DWAV 0800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST
SXEU31 DWAV 250800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.07.2014 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
HNFz, übergehend in TM (?). Weiterhin Unwettergefahr durch heftigen Starkregen.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Freitag... lag um 00 UTC in 300 hPa ein Tief über dem westlichen Deutschland,
flankiert von sekundären Höhentiefs vor der Bretagne und über Südpolen. Im
Tagesverlauf verlagert sich das Tief nur unwesentlich nach Westen an die
belgische Grenze. Hebung infolge PVA ist heute vor allem im Osten und Norden
Deutschlands zu erwarten, da der vom Höhentief ausgehende, zunächst nach
Nordbayern und Tschechien weisende Trog langsam nordwärts schwenkt und um 24 UTC
über NRW, Sachsen-Anhalt und dem südlichen Brandenburg zu liegen kommt.
Das Bodendruckfeld bleibt heute vor allem im Süden und später auch in der Mitte
zyklonal geprägt, wobei allerdings keine deutlich erkennbaren Tiefdruckzentren
der Prognose des GMEs zu entnehmen sind. Markanter ist die Höhentiefausprägung,
die sich um 00 UTC auch gut im Temperaturfeld 500 hPa manifestierte: Ein
Kältezentrum über dem Westen Deutschlands mit unter -17 Grad. Dieses soll sich
im Tagesverlauf westwärts verlagern und abschwächen.
Die relativ labilste Schichtung ist heute im Südteil der RZ Offenbach sowie in
Baden-Württemberg und Bayern gegeben. Spezifische Feuchte und ppw sind in diesen
Gebieten jedoch nur moderat, CAPE ML geht im Süden mittags nur vereinzelt über
1000 J/kg.
Im Dauerregengebiet über der Nordhälfte, das sich allmählich westwärts
verlagert, ist die Schichtung zunächst stabil bei hohen Feuchtewerten (ppw
vielfach 35 bis 40 mm). Im Tagesverlauf nimmt die Stabilität von Osten her ab
und das Niederschlagsgebiet wird dann zunehmend auch von konvektiven
Umlagerungen geprägt, die aktuell bereits über Zentralpolen zu sehen sind.
Die 24stündigen Niederschlagsmengen nach COSMO-EU von 00 bis 24 UTC betragen im
südlichen Niedersachsen bis 54 mm, nach GME im Harz sogar bis 86 mm. ECMF16 hat
bis 34 mm. Die konvektive Aktivität im Süden wird vom C-EU stark unterdrückt
(kaum Niederschlag), GME simuliert immerhin lokal über 10 mm. Die externen fein
auflösenden Modelle (insbesondere UK Met Obs) halten auch kräftigere konvektive
Entwicklungen für möglich. Die Hebung dazu erfolgt allerdings kaum aus der
Dynamik des Höhendruckfeldes, vielmehr aus der konvergenten Strömung in
Bodennähe. Angesichts geringer Windgeschwindigkeiten in 700 und 500 hPa,
besonders in der Nähe des Höhentiefs im Westen, sind lokal bei nahezu
stationären Zellen erneut Regenmengen im Unwetterbereich möglich. Nach MOS-MIX
ist die Gewitterwahrscheinlichkeit nachmittags am höchsten im Westen (besonders
westlich des Rheins) sowie in der Spurlinie des nach Westen abziehenden
Dauerregens.
Probabilistisch sieht der 00 UTC-Lauf des C-DE EPS 28 km ebenfalls die
Hauptgefahr für unwetterartigen Starkregen einerseits im Westen
(Rheinland-Pfalz), andererseits in der Folge des Dauerregens von Osten her. PEPS
00 UTC gibt keine Hinweise auf Starkregen >35 mm/6h.
Im Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie südlich des 50.
Breitengrades sind Höchsttemperaturen von 25 bis 29 Grad zu erwarten, während es
im Regengebiet meist bei 18 bis 22 Grad bleibt.
In der Nacht zum Samstag ist besonders in der Mitte und auch bis nach
Niedersachsen hinein mit Nebelbildung zu rechnen.
Samstag... liegt das Höhentief zunächst über dem östlichen Belgien, später -
abgeschwächt - über Rheinland-Pfalz. Der o.e. Trog schwenkt bis Mittag in den
äußersten Norden und anschließend zur Nordsee. Dahinter setzt sich über dem
größten Teil Deutschlands eine schwache südliche Höhenströmung durch.
PVA-Hebungszonen sind primär der Süden, sekundär der Westen Deutschlands.
Das Bodenfeld bleibt äußerst schwachgradientig, wobei ein Bodentief anfangs über
dem RZ-Bereich Offenbach ausgemacht werden kann, das seinen Schwerpunkt
anschließend nordwärts ins westliche Niedersachsen verlagert. Vor allem in der
Südwesthälfte ist im Tagesverlauf erneut mit Gewittern zu rechnen. C-EU sieht
das primäre Maximum im äußersten Süden (00 bis 24 UTC im bayerischen
Alpenvorland bis 74 mm), ein sekundäres Maximum im Nordwesten bis 15 mm. GME hat
den meisten Niederschlag bei Hamburg, ECMF16 am Alpenrand, bis 50 mm. Angesichts
gerade im Westen weiterhin sehr schwacher Höhenwinde sind abermals stationäre
Gewitterzellen mit entsprechend hohen Niederschlagsmengen denkbar. Nach der
deutschen Modellkette, GFS und ECMF16 ist vor allem im Osten gebietsweise auch
trockenes Wetter zu erwarten.
CAPE ML liegt im Südwesten und insbesondere auch in der Nordhälfte teils
deutlich höher als am Vortag (abends über 1500 J/kg über dem südlichen
Niedersachsen).
Die Temperaturen können im Osten vereinzelt auf 30 Grad steigen, im Westen und
Süden bleiben sie gebietsweise unter 25 Grad. Nachts kann sich besonders im
Westen und Nordwesten Nebel bilden.
Sonntag... schwächt sich das Höhentief weiter ab und ist ab dem Vormittag nur
noch als Randtrog des Haupttroges über Großbritannien und Nordfrankreich
identifizierbar. Er liegt um 24 UTC an der dänischen Grenze.
Das Bodendruckfeld bleibt zyklonal geprägt, der tiefste Druck ist im Norden
Deutschlands und in der zweiten Tageshälfte verstärkt sich der Gradient im
Südwesten etwas, womit dort westlicher Wind aufkommt.
Mittags erreicht eine Kaltfront die Nordsee bzw. den östlichen Kanalausgang, sie
kommt bis Tagesende zu den Niederlanden und nach Belgien voran.
Die Hauptgewittergefahr liegt nach MOS-MIX in der Nordhälfte; hohe
Niederschlagsmengen werden vom C-EU im östlichen Bayern, den östlichen
Bundesländern und Schleswig-Holstein erwartet, GME zeigt auch im Westen ein
deutliches Maximum, während ECMF16 den meisten Niederschlag vom Allgäu nordwärts
bis nach Thüringen erwartet (Westallgäu bis 50 mm). WRF hat besonders über
Bayern teils hohe 3stündige Niederschläge, aber auch nordwestwärts zum mittleren
Deutschland hin erstreckend.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Im großen und ganzen prognostizieren alle Modelle eine ähnliche Entwicklung in
den nächsten 72 Stunden. Generell sind die Unterschiede auch in den
Niederschlagsprognosen angesichts der Unsicherheit, wo und wann nun die
stärksten konvektiven Prozesse auftreten, nicht so sehr unterschiedlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 25.07.2014 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
HNFz, übergehend in TM (?). Weiterhin Unwettergefahr durch heftigen Starkregen.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
--------------------------------------------------------------
Freitag... lag um 00 UTC in 300 hPa ein Tief über dem westlichen Deutschland,
flankiert von sekundären Höhentiefs vor der Bretagne und über Südpolen. Im
Tagesverlauf verlagert sich das Tief nur unwesentlich nach Westen an die
belgische Grenze. Hebung infolge PVA ist heute vor allem im Osten und Norden
Deutschlands zu erwarten, da der vom Höhentief ausgehende, zunächst nach
Nordbayern und Tschechien weisende Trog langsam nordwärts schwenkt und um 24 UTC
über NRW, Sachsen-Anhalt und dem südlichen Brandenburg zu liegen kommt.
Das Bodendruckfeld bleibt heute vor allem im Süden und später auch in der Mitte
zyklonal geprägt, wobei allerdings keine deutlich erkennbaren Tiefdruckzentren
der Prognose des GMEs zu entnehmen sind. Markanter ist die Höhentiefausprägung,
die sich um 00 UTC auch gut im Temperaturfeld 500 hPa manifestierte: Ein
Kältezentrum über dem Westen Deutschlands mit unter -17 Grad. Dieses soll sich
im Tagesverlauf westwärts verlagern und abschwächen.
Die relativ labilste Schichtung ist heute im Südteil der RZ Offenbach sowie in
Baden-Württemberg und Bayern gegeben. Spezifische Feuchte und ppw sind in diesen
Gebieten jedoch nur moderat, CAPE ML geht im Süden mittags nur vereinzelt über
1000 J/kg.
Im Dauerregengebiet über der Nordhälfte, das sich allmählich westwärts
verlagert, ist die Schichtung zunächst stabil bei hohen Feuchtewerten (ppw
vielfach 35 bis 40 mm). Im Tagesverlauf nimmt die Stabilität von Osten her ab
und das Niederschlagsgebiet wird dann zunehmend auch von konvektiven
Umlagerungen geprägt, die aktuell bereits über Zentralpolen zu sehen sind.
Die 24stündigen Niederschlagsmengen nach COSMO-EU von 00 bis 24 UTC betragen im
südlichen Niedersachsen bis 54 mm, nach GME im Harz sogar bis 86 mm. ECMF16 hat
bis 34 mm. Die konvektive Aktivität im Süden wird vom C-EU stark unterdrückt
(kaum Niederschlag), GME simuliert immerhin lokal über 10 mm. Die externen fein
auflösenden Modelle (insbesondere UK Met Obs) halten auch kräftigere konvektive
Entwicklungen für möglich. Die Hebung dazu erfolgt allerdings kaum aus der
Dynamik des Höhendruckfeldes, vielmehr aus der konvergenten Strömung in
Bodennähe. Angesichts geringer Windgeschwindigkeiten in 700 und 500 hPa,
besonders in der Nähe des Höhentiefs im Westen, sind lokal bei nahezu
stationären Zellen erneut Regenmengen im Unwetterbereich möglich. Nach MOS-MIX
ist die Gewitterwahrscheinlichkeit nachmittags am höchsten im Westen (besonders
westlich des Rheins) sowie in der Spurlinie des nach Westen abziehenden
Dauerregens.
Probabilistisch sieht der 00 UTC-Lauf des C-DE EPS 28 km ebenfalls die
Hauptgefahr für unwetterartigen Starkregen einerseits im Westen
(Rheinland-Pfalz), andererseits in der Folge des Dauerregens von Osten her. PEPS
00 UTC gibt keine Hinweise auf Starkregen >35 mm/6h.
Im Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie südlich des 50.
Breitengrades sind Höchsttemperaturen von 25 bis 29 Grad zu erwarten, während es
im Regengebiet meist bei 18 bis 22 Grad bleibt.
In der Nacht zum Samstag ist besonders in der Mitte und auch bis nach
Niedersachsen hinein mit Nebelbildung zu rechnen.
Samstag... liegt das Höhentief zunächst über dem östlichen Belgien, später -
abgeschwächt - über Rheinland-Pfalz. Der o.e. Trog schwenkt bis Mittag in den
äußersten Norden und anschließend zur Nordsee. Dahinter setzt sich über dem
größten Teil Deutschlands eine schwache südliche Höhenströmung durch.
PVA-Hebungszonen sind primär der Süden, sekundär der Westen Deutschlands.
Das Bodenfeld bleibt äußerst schwachgradientig, wobei ein Bodentief anfangs über
dem RZ-Bereich Offenbach ausgemacht werden kann, das seinen Schwerpunkt
anschließend nordwärts ins westliche Niedersachsen verlagert. Vor allem in der
Südwesthälfte ist im Tagesverlauf erneut mit Gewittern zu rechnen. C-EU sieht
das primäre Maximum im äußersten Süden (00 bis 24 UTC im bayerischen
Alpenvorland bis 74 mm), ein sekundäres Maximum im Nordwesten bis 15 mm. GME hat
den meisten Niederschlag bei Hamburg, ECMF16 am Alpenrand, bis 50 mm. Angesichts
gerade im Westen weiterhin sehr schwacher Höhenwinde sind abermals stationäre
Gewitterzellen mit entsprechend hohen Niederschlagsmengen denkbar. Nach der
deutschen Modellkette, GFS und ECMF16 ist vor allem im Osten gebietsweise auch
trockenes Wetter zu erwarten.
CAPE ML liegt im Südwesten und insbesondere auch in der Nordhälfte teils
deutlich höher als am Vortag (abends über 1500 J/kg über dem südlichen
Niedersachsen).
Die Temperaturen können im Osten vereinzelt auf 30 Grad steigen, im Westen und
Süden bleiben sie gebietsweise unter 25 Grad. Nachts kann sich besonders im
Westen und Nordwesten Nebel bilden.
Sonntag... schwächt sich das Höhentief weiter ab und ist ab dem Vormittag nur
noch als Randtrog des Haupttroges über Großbritannien und Nordfrankreich
identifizierbar. Er liegt um 24 UTC an der dänischen Grenze.
Das Bodendruckfeld bleibt zyklonal geprägt, der tiefste Druck ist im Norden
Deutschlands und in der zweiten Tageshälfte verstärkt sich der Gradient im
Südwesten etwas, womit dort westlicher Wind aufkommt.
Mittags erreicht eine Kaltfront die Nordsee bzw. den östlichen Kanalausgang, sie
kommt bis Tagesende zu den Niederlanden und nach Belgien voran.
Die Hauptgewittergefahr liegt nach MOS-MIX in der Nordhälfte; hohe
Niederschlagsmengen werden vom C-EU im östlichen Bayern, den östlichen
Bundesländern und Schleswig-Holstein erwartet, GME zeigt auch im Westen ein
deutliches Maximum, während ECMF16 den meisten Niederschlag vom Allgäu nordwärts
bis nach Thüringen erwartet (Westallgäu bis 50 mm). WRF hat besonders über
Bayern teils hohe 3stündige Niederschläge, aber auch nordwestwärts zum mittleren
Deutschland hin erstreckend.
Modellvergleich und -einschätzung
--------------------------------------------------------------
Im großen und ganzen prognostizieren alle Modelle eine ähnliche Entwicklung in
den nächsten 72 Stunden. Generell sind die Unterschiede auch in den
Niederschlagsprognosen angesichts der Unsicherheit, wo und wann nun die
stärksten konvektiven Prozesse auftreten, nicht so sehr unterschiedlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Burkhard Kirsch.