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Thema des Tages

Der nasse und gewittrige Sonntag: Eine Nachlese

Der allwöchentliche Sonntagsausflug fiel gestern in einigen Teilen
Deutschlands wohl sprichwörtlich ins Wasser. Im Bereich einer
?Tiefdruckrinne? (Zone mit niedrigem Luftdruck) befand sich eine
Luftmassengrenze, die feuchtwarme Luft im Osten und Südosten von
kühlerer Luft im Westen und Südwesten trennte. Auf der warmen Seite
dieser Luftmassengrenze bildeten sich von den Niederlanden über NRW
und Mittelhessen bis nach Bayern zahlreiche kräftige Gewitter, die
lokal von heftigem Starkregen begleitet wurden.

Spitzenreiter beim Niederschlag war Burgwald im hessischen Landkreis
Waldeck-Frankenberg, dort fielen innerhalb von einer Stunde 42 Liter
pro Quadratmeter. Auch in Wangen im Allgäu und in einigen Orten
Oberbayerns hat es (zumindest meteorologisch gesehen) am Muttertag
ordentlich gekracht, dort kamen vielerorts über 35 Liter Regen
innerhalb einer Stunde vom Himmel.
Teilweise vereinigten sich Gewitterzellen zu sog. ?Gewitterclustern?,
die wiederholt über dasselbe Gebiet zogen. So fielen beispielsweise
im Münsterland und im Vogelsberg ca. 50 Liter Regen in 6 Stunden in
die Messtöpfe, im schwäbischen Rain am Lech innerhalb von 24 Stunden
sogar 80 Liter.

Die Auswirkungen waren stellenweise verheerend: Zahlreiche Keller
liefen voll, mehrere Straßen wurden überflutet. Auf der A30 bei
Osnabrück stand das Wasser bis zu einem halben Meter hoch, die
Autobahn musste in dem Bereich voll gesperrt werden. Flüge in
Köln/Bonn wurden gestrichen, das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring
unterbrochen und das Seaside Festival in Aurich vorzeitig beendet.

Aber nicht überall wurden die Muttertags-Blümchen von oben ?begossen?
? und so blieb es von der Nordsee über den Hamburger Raum bis in den
Osten Deutschlands komplett trocken.

Am heutigen Montag liegt die oben angesprochene Luftmassengrenze über
dem Süden Deutschlands, sodass dort erneut mit Starkregen, Blitz und
Donner gerechnet werden muss. Im großen Rest des Landes (etwa
nordöstlich einer Linie Eifel-Passau) hält sich der Frühsommer mit
viel Sonnenschein. Dementsprechend groß ist auch der heutige
Temperaturunterschied in Deutschland: Im Norden und in der Mitte
startet die neue Woche verbreitet mit Höchstwerten zwischen 25 und 28
Grad. Vom Oberrhein bis zum Bodensee hingegen, also der Region, die
in den Wetterberichten sonst häufig durch hohe Temperaturmaxima
hervorsticht, stehen heute gerade mal Werte um 16 Grad auf dem
Programm.

Und was hält die Wetterküche in der neuen Woche sonst noch für uns
bereit? Die feuchtwarme Gewitterluft wird in der kommenden Nacht an
die Alpen abgedrängt und sorgt dort für anhaltenden Dauerregen. Sie
verlässt Deutschland aber nicht ganz und ?schwappt? ab Dienstag von
Osten (wenn auch in etwas abgeschwächter Form) wieder ins Land. Ein
beständiges Hochdruckgebiet mit ruhigem Wetter ist diese Woche also
nicht in Sicht.

Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.05.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

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