Sonntag, 4. Mai 2014

SXDL31 DWAV 1800UTC DWD Synoptische Uebersicht KURZFRIST

SXEU31 DWAV 041800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 04.05.2014 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Ab Dienstag örtlich Gewitter, nur vereinzelt mit stürmischen Böen oder Starkregen.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC
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Aktuell ... Aktuell bestimmt das Hoch mit Kernen über dem Ärmelkanal und Holland das
Wettergeschehen. Dabei wird an der Nordostflanke des Hochs etwas feuchtere Luft in die
Norddeutsche Tiefebene geführt, die sich in Form von SC-Bewölkung zeigt. In der Höhe
reicht ein Keil von Südwesteuropa bis nach England und zur nördlichen Nordsee. Eine
weitere Höhenkeilachse ist über Deutschland erkennbar. Beide Keile schwenken ost- bzw.
südostwärts. Mit der Höhenströmung wandert der Kern des Bodenhochs bis morgen früh zum
südöstlichen Böhmerwald.
Wolkenfelder und etwas mildere Luft lassen die Tiefstwerte vor allem in der Mitte höher
ausfallen als in der vergangenen Nacht. Luftfrost wird eigentlich nur noch lokal im
äußersten Süden und Südosten sowie im östlichen Mittelgebirgsraum erwartet.

Montag ... verbleibt Deutschland in der Höhe noch auf der Vorderseite des Keils, dessen
Achse über Frankreich liegt. Am Boden befindet sich das steuernde Tief westlich von
Island. Die davon ausgehende Warmfront hat den Höhenkeil überlaufen und beeinflusst die
Nordhälfte von Deutschland mit Warmluftadvektion und Wolkenfeldern. Die daraus
resultierenden Aufgleitniederschläge im Norden sind leicht und betreffen allenfalls das
Küstengebiet und den Norden Schleswig-Holsteins.
Bei auf Süd bis Südost drehender Bodenströmung und Annäherung der Höhenkeilachse lockern
sich auch im Norden die Wolken am Nachmittag wieder auf.
Der Süden und Südwesten verbleibt unter dem Einfluss trockener Luftmassen, sodass die
Sonne längere Zeit scheint. Gleichzeitig werden wärmere Luftmassen in den Westen und
Südwesten geführt (T850 hPa: 5 bis 7 Grad), sodass die Maxima auch wieder auf Werte um
oder leicht über 20 Grad steigen können. Weiter nach Nordosten liegen die 850 hPa
Temperaturen noch zwischen -2 und +3 Grad. In Kombination mit der Bewölkung steigen die
Werte nur auf 12 bis 15 Grad.
In der Nacht auf Dienstag bleibt es im Süden und Südwesten unter dem Einfluss trockener
Luftmassen teils nur gering bewölkt, sodass im Alpenraum vereinzelt nochmal leichter
Bodenfrost möglich ist. Gleichzeitig nimmt aber mit Annäherung des ostatlantischen Tiefs
der Luftdruckgradient etwas zu, sodass auch der Wind etwas stärker wird. In den Hochlagen
der Berge sind somit einzelne starke Böen möglich. Damit bewegt sich das Temperaturniveau
in 2m Höhe auf deutlich höherem Niveau als noch an den Vortagen (3 bis 11 Grad).

Dienstag ... wandert der Höhenrücken unter Abschwächung ostwärts ab, so dass wir von
Westen her zunehmend auf die Vorderseite eines atlantischen Höhentroges gelangen.
Entsprechend dreht die recht glatte Höhenströmung auf Südwest. Die Kaltfront des
Zentraltiefs südwestlich von Island greift am Abend auf Deutschland über. Die ersten
präfrontalen Regenfälle erreichen nach der Numerik aber schon vormittags die westlichen
Landesteile, um sich am Nachmittag und Abend ostwärts auszubreiten. Warnwürdige Mengen
sind dabei nicht zu erwarten. Dabei findet man über dem Norden einen gewissen Schwerpunkt,
weil zu den frontalen Hebungsimpulsen auch noch ein dynamischer Anteil dazukommt, der
offensichtlich der leicht diffluenten Struktur in der Höhenströmung geschuldet ist. Da
präfrontal von Südwesten relativ warme und auch zunehmend feuchte Luft vom Atlantik
advehiert wird, stellt sich natürlich auch die Frage nach möglichen Gewittern. COSMO-EU
beispielsweise simuliert nur eine limitierte Labilität mit niedrigen CAPE-Werten, was auf
eine geringe Gewitterneigung hindeutet. Erst zum späteren Abend werden im Norden und im
Südwesten einzelne Gewitter simuliert, wenn in 500 hPa die Temperatur auf -20 bis -24 Grad
sinkt.
Tatsache ist, dass es in großen Teilen Süd- und Ostdeutschlands bis zum Abend noch
weitgehend trocken bleibt. Dort steigt die Temperatur verbreitet auf über 20°C, südlich
der Donau mit leichter Leewirkung punktuell sogar auf 24 °C. Aber auch sonst wird es bei
südlicher bis südwestlicher Anströmung mit etwa 17 bis 20°C nicht gerade kalt.
Mit Übergreifen der Kaltfront frischt der südliche bis südwestliche Wind von Westen her
auf, einzig im Süden Baden-Württembergs sowie in großen Teilen Bayerns bleibt es abgesehen
vom Bergland relativ windschwach. Ansonsten werden Böen Bft 6 bis 7, im höheren Bergland
Bft 8 erwartet, in exponierten Kamm- und Gipfellagen auch stärkere Böen.

Mittwoch ... Hinter der ostwärts abziehenden Kaltfront überquert der zugehörige Höhentrog
bereits in den Frühstunden Deutschlands ostwärts. Ein weiterer Höhentrog greift in der 2.
Tageshälfte zusammen mit einer Okklusionsfront auf den Westen Deutschlands über. Damit hat
sich in Mitteleuropa voll die Westströmung etabliert, die zumindest bis zum Wochenende
andauern dürfte. Während vormittags im Osten und Südosten der postfrontale Regen
nachlässt, greift der neuer Regen der Okklusion auf den Westen über und breitet sich bis
zum Abend bis in den Osten aus. Bei auf 250 bis gut 500 J/Kg ansteigenden Cape-Werten und
KO-Indices um -2 sind auch wieder Gewitter zu erwarten, die aufgrund der ansteigenden
Windgeschwindigkeiten in 850 hPa (auf 30 bis 40 Kt) auch wieder stürmische Böen bringen.
Bei entsprechend schneller Zuggeschwindigkeit der Zellen ist Starkregen eher nicht zu
erwarten.
Die Temperaturen pendeln sich auf Höchstwerte zwischen 14 Grad im Vogtland und 19 Grad am
Oberrhein sowie in Brandenburg zu erwarten. In Südbaden sind auch örtlich nochmals 20 Grad
möglich.


Modellvergleich und -einschätzung
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Die Umstellung der Wetterlage auf eine Westlage wird von den externen Modellen recht
ähnlich simuliert.
Bei GFS wird allerdings am Mittwoch weniger Bewölkung und Niederschlag berechnet.
Nach LEPS ist die Wahrscheinlichkeit von Böen Bft 8 am Dienstag und Mittwoch nur im Westen
und Norden leicht erhöht. Lediglich bei kräftigen Schauern oder Gewittern ist dies
denkbar.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden

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